Flugtaxis: Bund soll mit viel Geld für weiteres Prestige-Projekt bürgen
Während die Bahn regelmäßig weitere Negativ-Schlagzeilen generiert und angeblich kein Geld für ein günstiges Deutschland-Ticket da ist, will Bundesverkehrsminister Volker Wissing weitere Staatshilfen für die Mobilität der reichen Oberschicht freimachen.
Lilium entwickelt sogenannte Flugtaxis. Dabei handelt es sich um autonom operierende Drohnen, die gut betuchte Passagiere auf der Kurzstrecke durch den Luftraum befördern können. Die Entwicklungsarbeit zieht sich allerdings hin. Die Firma schreibt hohe Verluste, weshalb die Fortschritte gebremst werden. Erste bemannte Testflüge wurden inzwischen auf 2025 verschoben.
Um überhaupt weitermachen zu können, braucht das Unternehmen schnell zusätzliches Kapital. Die Finanzplanung geht aktuell davon aus, dass bis 2026 immerhin noch 300 Millionen bis 500 Millionen Euro benötigt werden, um das erste Modell bis zur Musterzulassung zu bekommen. Grundsätzlich gibt es ein Interesse privater Investoren, in das Projekt einzusteigen - dies hängt aber letztlich wohl davon ab, dass die Bundesregierung das Risiko durch eine eigene Unterstützung reduziert.
Es gibt allerdings Widersprüche zu diesem Plan. Denn unter den Abgeordneten, die dem zustimmen müssten, gibt es erhebliche Bedenken, ob Lilium dann nicht einfach noch mehr Kapital verbrennt, bevor das Unternehmen pleitegeht. Denn die sogenannten Flugtaxis dürften kaum das Versprechen einhalten können, den Autoverkehr in Städten zu entlasten - dafür sind ihre Dienste schlicht zu exklusiv. Ob solche Services am Ende wirtschaftlich zu betreiben wären, ist mehr als fraglich.
Siehe auch:
Millionen für exklusive Drohnen
Der Bund soll sich immerhin mit einer Bürgschaft in Höhe von 50 Millionen Euro hinter den Flugtaxi-Entwickler Lilium stellen, berichtet Der Spiegel. Das Verkehrsministerium drängt darauf, dass der Bundestag diesem Plan möglichst bald zustimmt. Noch in dieser Woche könnte ein entsprechender Antrag im Haushaltsausschuss des Parlaments behandelt werden.Lilium entwickelt sogenannte Flugtaxis. Dabei handelt es sich um autonom operierende Drohnen, die gut betuchte Passagiere auf der Kurzstrecke durch den Luftraum befördern können. Die Entwicklungsarbeit zieht sich allerdings hin. Die Firma schreibt hohe Verluste, weshalb die Fortschritte gebremst werden. Erste bemannte Testflüge wurden inzwischen auf 2025 verschoben.
Um überhaupt weitermachen zu können, braucht das Unternehmen schnell zusätzliches Kapital. Die Finanzplanung geht aktuell davon aus, dass bis 2026 immerhin noch 300 Millionen bis 500 Millionen Euro benötigt werden, um das erste Modell bis zur Musterzulassung zu bekommen. Grundsätzlich gibt es ein Interesse privater Investoren, in das Projekt einzusteigen - dies hängt aber letztlich wohl davon ab, dass die Bundesregierung das Risiko durch eine eigene Unterstützung reduziert.
Geld verbrennen
Von staatlicher Seite sollen rund 100 Millionen Euro locker gemacht werden - die Hälfte vom Bund, der Rest von der Landesregierung Bayerns. In beiden Fällen würde es sich um staatliche Bürgschaften für einen Kredit handeln, den die staatliche KfW-Bank bereitstellt.Es gibt allerdings Widersprüche zu diesem Plan. Denn unter den Abgeordneten, die dem zustimmen müssten, gibt es erhebliche Bedenken, ob Lilium dann nicht einfach noch mehr Kapital verbrennt, bevor das Unternehmen pleitegeht. Denn die sogenannten Flugtaxis dürften kaum das Versprechen einhalten können, den Autoverkehr in Städten zu entlasten - dafür sind ihre Dienste schlicht zu exklusiv. Ob solche Services am Ende wirtschaftlich zu betreiben wären, ist mehr als fraglich.
Zusammenfassung
- Bund soll Flugtaxi-Entwickler Lilium mit 50 Mio. Euro unterstützen
- Verkehrsministerium drängt auf schnelle Zustimmung des Bundestags
- Liliums autonom operierende Drohnen für wohlhabende Kurzstrecken-Passagiere
- Erste bemannte Testflüge von Lilium auf 2025 verschoben
- Unternehmen benötigt bis 2026 bis zu 500 Mio. Euro für Entwicklung
- 100 Mio. Euro staatliche Bürgschaften geplant, je zur Hälfte von Bund und Bayern
- Erhebliche Bedenken im Bundestag gegen weitere Finanzierung von Lilium
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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