Zum Kotzen: Das mit dem Salat im Weltraum klappt nicht wie gedacht
Für lange Ausflüge ins All brauchen die Astronauten die Möglichkeit, Nutzpflanzen selbst anzubauen. Experimente zeigen, dass die Aufzucht in der Schwerelosigkeit gut funktioniert. Forscher haben jetzt aber ein ernstes Problem entdeckt, das die Pflanzen ungenießbar macht.
Forscher der University of Delaware hatten Salat unter simulierten Schwerkraftbewegungen gezüchtet - Mikrogravitation wird dabei mit Rotation simuliert. Wie diese jetzt laut Eurekalert in ihrer Studie in Scientific Reports beschreiben, führen diese Bedingungen dazu, dass Krankheitserreger sich deutlich effektiver auf und in den Pflanzen anlagern können.
Damit steigt dann auch das Risiko für lebensmittelbedingte Erkrankungen beim Verzehr erheblich. Das Problem für Weltraummissionen liegt laut Prof. Harsh Bais vom Delaware Biotechnology Institute deshalb natürlich auf der Hand: "Man will nicht, dass die ganze Mission nur wegen der Lebensmittelsicherheit scheitert", sagte Bais.
In ihrer Arbeit beschreiben die Forscher auch erste Lösungsansätze. Samen müssten vor ihrer Reise ins All einen Sterilisierungsprozess durchlaufen. Ferner könnte es nötig werden, die Genetik von Nutzpflanzen für Weltraummissionen gezielt anzupassen.
Siehe auch:
Weltraumpflanzen sind Krankheitsmagneten
Eine Weile kann der Mensch ohne frische Nahrung auskommen, doch weitere Ausflüge ins All wie zum Mars erfordern, dass unterwegs und vor Ort frische Lebensmittel produziert werden können. Auf der ISS und in den letzten Jahren auch auf dem Mond sind Zuchtexperimente gut gelungen. Dann ist also alles klar mit dem Weltraumsalat? Forscher warnen jetzt, dass es ein prinzipielles Problem mit den Pflanzen im All gibt.Forscher der University of Delaware hatten Salat unter simulierten Schwerkraftbewegungen gezüchtet - Mikrogravitation wird dabei mit Rotation simuliert. Wie diese jetzt laut Eurekalert in ihrer Studie in Scientific Reports beschreiben, führen diese Bedingungen dazu, dass Krankheitserreger sich deutlich effektiver auf und in den Pflanzen anlagern können.
Damit steigt dann auch das Risiko für lebensmittelbedingte Erkrankungen beim Verzehr erheblich. Das Problem für Weltraummissionen liegt laut Prof. Harsh Bais vom Delaware Biotechnology Institute deshalb natürlich auf der Hand: "Man will nicht, dass die ganze Mission nur wegen der Lebensmittelsicherheit scheitert", sagte Bais.
Offen für alles
Wie die Forscher beschreiben, geraten die natürlichen Schutzmechanismen der untersuchten Pflanzen unter Mikrogravitation aus dem Gleichgewicht. Die winzigen Poren in Blättern und Stängeln, die Pflanzen zum Atmen nutzen, schließen sich normalerweise unter Stress - beispielsweise wenn sich Bakterien annähern. Bei verringerter Schwerkraft kommt es zum gegenteiligen Effekt: Die Poren bleiben auch unter Stress weit geöffnet.In ihrer Arbeit beschreiben die Forscher auch erste Lösungsansätze. Samen müssten vor ihrer Reise ins All einen Sterilisierungsprozess durchlaufen. Ferner könnte es nötig werden, die Genetik von Nutzpflanzen für Weltraummissionen gezielt anzupassen.
Zusammenfassung
- Astronauten benötigen für lange Weltraumreisen eigene Nahrungsmittel
- Aufzucht von Pflanzen in Schwerelosigkeit bisher erfolgreich
- Forscher entdecken ernstes Problem bei Pflanzenzucht im All
- Krankheitserreger lagern sich leichter an Weltraumpflanzen an
- Erhöhtes Risiko für lebensmittelbedingte Krankheiten im Weltraum
- Pflanzliche Schutzmechanismen versagen unter Mikrogravitation
- Lösungsansätze: Sterilisierung von Samen und genetische Anpassung
Siehe auch:
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