Microsofts Plan ist gescheitert:
Bing wird auch mit KI nicht stärker

Es ist jetzt gut ein Jahr her, dass Microsoft mit Milliarden-Investitionen in OpenAI den KI-Hype ein ordentliches Stück voranbrachte. Eines der damit ausdrücklich verbundenen Ziele - die Stärkung der Suchmaschine Bing - wurde allerdings bisher nicht erreicht.
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Euphorie ist gewichen

Die Integration von KI-Funktionen in Bing sollte dem Unternehmen endlich einen entscheidenden Vorteil gegenüber Google verschaffen. Und der große Konkurrent war durchaus auch besorgt und beschleunigte seine eigene Arbeit an generativer KI. Als Microsoft dann im März 2023 bekannt gab, dass seine Suchmaschine die Marke von 100 Millionen monatlich aktiven Nutzern überschritten hat, sah es durchaus nach einem Wachstumstrend aus. Man arbeitete sogar schon mit Schätzungen, nach denen jedes Prozent des Google-Suchmarktanteils, das Bing abnehmen konnte, für Microsoft bis zu 2 Milliarden Dollar wert sei.

Ein Jahr später sieht es nun so aus, als ob Microsofts KI-Bemühungen Bing zwar in einigen Bereichen etwas geholfen haben, doch eine Verschiebung bei den Marktanteilen lässt sich schlicht nicht erkennen. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, die sich auf Daten verschiedener Marktforscher beruft, veränderte sich der weltweite Marktanteil Bings seit dem Start der Suchmaschine faktisch nicht und Google liegt weiterhin bei deutlich über 90 Prozent.


Als Microsoft sein Live Search im Jahr 2009 unter dem Namen Bing neu startete, kam man auf einen weltweiten Anteil an den Suchanfragen von rund 3,5 Prozent. Für den Dezember 2023 wurden nun 3,4 Prozent gemessen. Hier lässt sich also sagen, dass auch die Integration der KI-Funktionen keinen entscheidenden Einfluss auf das Nutzungsverhalten vieler Anwender hatte.

Nun eben Copilot statt Bing

Das soll nicht heißen, dass die Dominanz von Google bei der Suche auf Dauer gesichert ist. Forscher veröffentlichten Anfang dieser Woche eine Untersuchung, in der sie feststellten, dass bei Google, Bing und dem mit Bing-Daten betriebenen DuckDuckGo "ein allgemeiner Abwärtstrend bei der Qualität" zu beobachten ist, insbesondere bei stark SEO-optimierten Kategorien wie Kaufempfehlungen und Produktbewertungen. Dies kann früher oder später einen Punkt erreichen, an dem sich vielleicht auch Microsoft wirklich noch Marktanteile erobern kann.

Vielleicht hilft es hier ja, dass die Redmonder ihre Bemühungen ein wenig von Bing weglenken. Immerhin dürfte der Fokus auf die neue Copilot-Marke, der auch der Titel Bing Chat zum Opfer fiel, nicht von ungefähr kommen. Der Plan könnte hier so aussehen: Wenn die neuen KI-Funktionen den Marktanteil von Bing nicht in die Höhe treiben, dann ist es vielleicht sinnvoll, dass Microsoft ihnen Raum gibt, um für sich selbst zu stehen.

Zusammenfassung
  • Microsofts Milliarden-Investition in OpenAI stärkte den KI-Hype
  • Bing-Ziel durch KI-Integration nicht erreicht
  • Bing überschritt 100 Mio. Nutzer, Marktanteil blieb stabil
  • Bings Marktanteil seit 2009 fast unverändert bei ca 3,5%
  • Qualitätsabfall bei Suchmaschinen könnte Chancen bieten
  • Microsoft lenkt Fokus auf Copilot-Marke statt Bing
  • Neue KI-Funktionen sollen unabhängig von Bing wachsen

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