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Kia und Hyundai: Massenhafte Diebstähle sorgen für Klageflut

Die Automarken Kia und Hyundai haben wohl am falschen Ende gespart: Fehlende Wegfahrsperren ließen erst die Diebstähle in die Höhe schnellen. Da man das Problem nicht in den Griff bekam, folgen nun immer mehr Klagen von Städten und Versicherern.
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Kommunen und Versicherer wollen Geld

Fahrzeuge der beiden asiatischen Marken wurden in den USA über längere Zeit mit einem völlig unzureichenden Diebstahlschutz ausgeliefert. 2015 verfügten beispielsweise nur 26 Prozent der verkauften Autos über eine Wegfahrsperre, bei anderen Herstellern lag der Anteil im Durchschnitt bei 96 Prozent. Hinzu kam, dass es dann genügte, einen USB-Stick an den entsprechenden Port im Auto anzuschließen, um es starten zu können.

Die Folge dessen war das Aufblühen eines regelrechten Social Media-Trends. Auf YouTube und TikTok kursierte eine zunehmende Zahl von Videos, in denen demonstriert wird, wie Kias und Hyundais gestohlen und für Spritztouren durch Städte genutzt wurden. Dem Hersteller bleibt nun nicht nur ein Image-Verlust - in verschiedenen Klagen wird auch Schadensersatz eingefordert, wie aus einem Bericht des US-Magazins Motherboard hervorgeht.


Eine Klage wurde beispielsweise von einer ganzen Reihe von Versicherungsunternehmen gemeinschaftlich eingereicht, die aufgrund der schwachen Schutzmaßnahmen viele Schäden ausgleichen mussten. Die Versicherer stellen in den Raum, dass das Fehlen der Wegfahrsperren gegen Bundesvorschriften verstößt - was von den Herstellern aber zurückgewiesen wird.

Schadensersatz fordern inzwischen aber auch diverse Städte und Kommunen und folgen damit einem Beispiel des Generalstaatsanwalts von Minnesota, der stellvertretend für mehrere Orte des Bundesstaates aktiv wurde. Seit Anfang des Jahres haben sich auch Seattle, Baltimore, Cleveland, New York, Chicago, St. Louis und Columbus an die zuständigen Gerichte gewandt.

In ihren Klagen werfen diese den Autokonzernen vor, durch Nachlässigkeit die örtlichen Polizeibehörden über Gebühr beansprucht zu haben. Denn diese mussten den Diebstählen nachgehen - und dies in einem Umfang, der so manche Dienststelle überlastete. So wurden beispielsweise in Chicago noch im vergangenen Jahr 8800 Kia- und Hyundai-Fahrzeuge gestohlen. Damit haben die Marken einen Anteil von 41 Prozent an allen Fällen dieser Art, während sie nur 7 Prozent der zugelassenen Autos ausmachen. In diesem Jahr wird der Anteil voraussichtlich sogar die 50-Prozent-Marke knacken.

Die Reaktion des Herstellers besteht in erster Linie darin, den Verkauf von Lenkradsperren über Polizeireviere und Online-Shops auszubauen. In Werkstätten wird außerdem die Installation eines Software-Patches angeboten, durch den die Autos zumindest nicht mehr einfach per USB geknackt werden können. Zumindest die Neuwagen sind nun außerdem allesamt mit einer standardmäßigen Wegfahrsperre ausgestattet. In den kommenden Jahren wird sich allerdings erst zeigen, wie die Gerichte die ganze Sache bewerten.

Zusammenfassung
  • Kia und Hyundai wegen mangelndem Diebstahlschutz in der Kritik
  • Nur 26% der 2015 verkauften Autos hatten Wegfahrsperren
  • Social Media-Trend: Videos von gestohlenen Kias und Hyundais
  • Versicherer und Städte fordern Schadensersatz von den Herstellern
  • Vorwurf: Nachlässigkeit belastet Polizeibehörden über Gebühr
  • Neuwagen nun mit standardmäßigen Wegfahrsperren ausgestattet

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