Russland reagiert mit Trotz und Großmacht-Gehabe auf Luna-25-Crash
In Russland scheint man durch den massiven Rückschlag durch die letzte Mondmission nicht entmutigt zu sein und verfällt eher in eine Trotzhaltung. Unbedingt will man wieder Erfolge im Weltraum erringen - aber weniger der Wissenschaft wegen, sondern aus Prestige-Streben.
In einem im Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview versprach der Chef der Raumfahrt-Agentur Roskosmos, Juri Borissow, laut eines Berichtes des Magazins The Conversation, dass sich Russland weiterhin für die Erforschung des Mondes einsetzen werde. Es gehe dabei aber nicht nur um das Prestige des Landes und das Erreichen einiger geopolitischer Ziele. Es gehe auch darum, die Verteidigungsfähigkeit zu sichern und technologische Souveränität zu erlangen.
Auch was den Mond angeht, steht die Forschung nicht im gerade im Fokus des Roskosmos-Chefs. Dieser verwies darauf, dass aus seiner Sicht ein "neuer Wettlauf um die Ausbeutung der Ressourcen des Mondes begonnen hat". In den westlichen Missionen versucht man zwar auch die Frage über Materialien zu beantworten - insbesondere auch zu den Wasservorkommen. Dabei geht es aber weniger um eine wirtschaftliche Ausbeutung, sondern darum, wie man den Mond als Sprungbrett für die Erforschung tieferer Bereiche des Weltraums nutzen könnte.
Inwiefern China aber tatsächlich russische Partner mit zum Mond nehmen wird, ist fraglich. Denn das Land plant bisher bestenfalls eine robotische Basis in der Südpol-Region und arbeitet mit immer neuen Entwicklungen auf größere Ziele hin. Russland bekommt hingegen seit längerer Zeit keine eigenständigen ambitionierten Raumfahrtprojekte mehr hin - die soeben gescheiterte Luna-25-Mission steht somit quasi exemplarisch für die jüngste Zeit der russischen Raumfahrtgeschichte. Und auch wirtschaftlich hat Russland im Vergleich wenig beizutragen.
Siehe auch:
Größe statt Forschung
Während im Kalten Krieg der Wettbewerb der großen Blöcke eine wichtige Rolle in der Weiterentwicklung der Raumfahrt spielte, waren die letzten 30 Jahre vor allem vom Streben nach Erkenntnisgewinn geprägt. Insbesondere die ISS als großes gemeinschaftliches Forschungslabor beflügelte die internationale Forschergemeinschaft, aber auch viele andere Missionen waren davon geprägt, gemeinsam der Wissenschaft zu dienen.In einem im Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview versprach der Chef der Raumfahrt-Agentur Roskosmos, Juri Borissow, laut eines Berichtes des Magazins The Conversation, dass sich Russland weiterhin für die Erforschung des Mondes einsetzen werde. Es gehe dabei aber nicht nur um das Prestige des Landes und das Erreichen einiger geopolitischer Ziele. Es gehe auch darum, die Verteidigungsfähigkeit zu sichern und technologische Souveränität zu erlangen.
Auch was den Mond angeht, steht die Forschung nicht im gerade im Fokus des Roskosmos-Chefs. Dieser verwies darauf, dass aus seiner Sicht ein "neuer Wettlauf um die Ausbeutung der Ressourcen des Mondes begonnen hat". In den westlichen Missionen versucht man zwar auch die Frage über Materialien zu beantworten - insbesondere auch zu den Wasservorkommen. Dabei geht es aber weniger um eine wirtschaftliche Ausbeutung, sondern darum, wie man den Mond als Sprungbrett für die Erforschung tieferer Bereiche des Weltraums nutzen könnte.
Wackelige Partnerschaft
Dabei scheint dem Roskosmos-Chef durchaus auch klar zu sein, dass seine Behörde hier nicht gerade in der besten Position ist. Doch man hat durchaus auch einen möglichen Partner in der Hinterhand, dessen Raumfahrttechnologien sich zuletzt rasant weiterentwickelten: China. Im Jahr 2021 wurde bereits eine Absichtserklärung zwischen beiden Ländern unterzeichnet, nach der man bis in die Mitte der 2030er-Jahre eine gemeinsame Mondforschungsstation errichten wolle.Inwiefern China aber tatsächlich russische Partner mit zum Mond nehmen wird, ist fraglich. Denn das Land plant bisher bestenfalls eine robotische Basis in der Südpol-Region und arbeitet mit immer neuen Entwicklungen auf größere Ziele hin. Russland bekommt hingegen seit längerer Zeit keine eigenständigen ambitionierten Raumfahrtprojekte mehr hin - die soeben gescheiterte Luna-25-Mission steht somit quasi exemplarisch für die jüngste Zeit der russischen Raumfahrtgeschichte. Und auch wirtschaftlich hat Russland im Vergleich wenig beizutragen.
Zusammenfassung
- Russland trotzt nach Rückschlag bei Mondmission, strebt Weltraumerfolge an
- Prestige und Geopolitik, nicht Wissenschaft, treibt russische Raumfahrt an
- Roskosmos-Chef Borissow sieht Wettlauf um Ausbeutung der Mondressourcen
- Russland plant Zusammenarbeit mit China für gemeinsame Mondforschung
- Fragen zu russischer Beteiligung, da China robotische Basis plant
- Wirtschaftlich kann Russland wenig zur chinesischen Raumfahrt beitragen
Siehe auch:
- Triumph für Indien: Chandrayaan-3 landet erfolgreich auf dem Mond
- Russland meldet Notfall der Mondmission: Sonde abgestürzt & zerstört
- Kosmos 2499: Mysteriöser russischer Satellit in viele Teile zerbrochen
- ESA-Chef schließt Rückkehr zu Kooperation mit Russland im All aus
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Thema:
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- Video von Blue Ghost: Erstmals wurde eine Mondlandung in HD gefilmt
- Blue Ghost: Spektakulärer Überflug zeigt beeindruckende Mondbilder
- To the Moon: Im Trailer zur Komödie wird die Mondlandung gefaked
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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