Embargo: Russlands Mobilfunkern fehlen zehntausende Basisstationen
Das von zahlreichen Ländern getragene Embargo Russlands wirkt sich zunehmend auch auf die Mobilfunk-Infrastruktur aus. Bei den Betreibern fehlt es inzwischen an Basisstationen, um ihre Netze weiter auszubauen oder teils sogar um sie mit Wartungsarbeiten zu erhalten.
Laut russischen Medienberichten fehlen allein bis zum Ende dieses Jahres 20.000 bis 30.000 Basisstationen. Aktuell gibt es keine Hoffnung, diese Lücke zu schließen. Denn neue Anlagen bekommt man quasi nur noch von chinesischen Produzenten aus den hinteren Reihen. Die großen westlichen Anbieter Nokia und Ericsson liefern ohnehin nicht und auch Huawei verkauft derzeit nicht nach Russland, um die ohnehin schwierigen Beziehungen in die finanzstarken Industrienationen nicht noch weiter zu belasten.
Die kleineren Produzenten aus Asien können hier zwar teils liefern, aber es fehlt nicht nur an ausreichenden Mengen, auch die Qualität hängt hinter den großen Netzwerkausrüstern zurück. Aktuell laufen hier zwar Bemühungen, mit Kooperationen die Qualität zu verbessern, ob dies allerdings gelingt, ist unklar - immerhin werden ja etwa wichtige Halbleiter-Komponenten weder an Russland noch China geliefert.
Die Branchenagentur TelecomDaily hat bei Tests festgestellt, dass zumindest die Qualität des Mobilfunkempfangs von der Entwicklung noch nicht beeinträchtigt wurde. Allerdings soll in einigen Gebieten bereits die Bandbreite zurückgehen. Wenn dann keine ausreichenden Ersatzgeräte geliefert werden, kann es irgendwann auch zu Lücken in der Versorgung kommen - und an einen landesweiten 5G-Ausbau ist in der aktuellen Situation ohnehin nicht zu denken.
Siehe auch:
Tröpfelnder Nachschub
Aktuell ist es noch nicht so, dass es keinen Nachschub gäbe. Für den normalen Betrieb der Netze der großen Betreiber MTS, Megafon, Vimpelcom und Tele2 würden allerdings mindestens 80.000 Basisstationen benötigt, um die Infrastruktur an notwendigen Punkten auszubauen und defekte Anlagen zu ersetzen. So viele Systeme gibt es allerdings aktuell nicht mehr.Laut russischen Medienberichten fehlen allein bis zum Ende dieses Jahres 20.000 bis 30.000 Basisstationen. Aktuell gibt es keine Hoffnung, diese Lücke zu schließen. Denn neue Anlagen bekommt man quasi nur noch von chinesischen Produzenten aus den hinteren Reihen. Die großen westlichen Anbieter Nokia und Ericsson liefern ohnehin nicht und auch Huawei verkauft derzeit nicht nach Russland, um die ohnehin schwierigen Beziehungen in die finanzstarken Industrienationen nicht noch weiter zu belasten.
Die kleineren Produzenten aus Asien können hier zwar teils liefern, aber es fehlt nicht nur an ausreichenden Mengen, auch die Qualität hängt hinter den großen Netzwerkausrüstern zurück. Aktuell laufen hier zwar Bemühungen, mit Kooperationen die Qualität zu verbessern, ob dies allerdings gelingt, ist unklar - immerhin werden ja etwa wichtige Halbleiter-Komponenten weder an Russland noch China geliefert.
Viel Fläche
Um das riesige Russland halbwegs mit Mobilfunk versorgen zu können, werden sehr viele Basisstationen benötigt. Aktuell sind rund 850.000 Stück im Einsatz und das Wachstum schwächte sich über die letzten Jahre hinweg ohnehin bereits ab. Hoffnungen liegen aktuell auf dem heimischen Hersteller Irteya, der bereits MTS mit Anlagen beliefert und demnächst auch anderen Netzbetreibern Technik verkaufen soll.Die Branchenagentur TelecomDaily hat bei Tests festgestellt, dass zumindest die Qualität des Mobilfunkempfangs von der Entwicklung noch nicht beeinträchtigt wurde. Allerdings soll in einigen Gebieten bereits die Bandbreite zurückgehen. Wenn dann keine ausreichenden Ersatzgeräte geliefert werden, kann es irgendwann auch zu Lücken in der Versorgung kommen - und an einen landesweiten 5G-Ausbau ist in der aktuellen Situation ohnehin nicht zu denken.
Zusammenfassung
- Embargo gegen Russland beeinflusst Mobilfunk-Infrastruktur
- Fehlende Basisstationen hindern Netz-Ausbau und Wartungsarbeiten
- Große Betreiber benötigen mindestens 80.000 Basisstationen
- Bis Jahresende fehlen 20.000 bis 30.000 Basisstationen
- Hauptlieferanten sind chinesische Produzenten, Qualität ist unzureichend
- Hoffnungen auf heimischen Hersteller Irteya für Techniklieferung
- Keine Beeinträchtigung der Mobilfunkqualität bisher, Bandbreite sinkt in einigen Gebieten
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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