Netflix: Zusatzgebühren für Konto-Sharing starten in Deutschland

Wer seinen Netflix-Zugang mit Freunden oder der Familie au­ßer­halb des eigenen Haushalts teilt, wird nun auch in Deutsch­land zur Kas­se gebeten. Damit setzt der Streaming-Dienst sei­ne neu­en Richt­li­ni­en zum An­ti-Kon­to-Sha­ring um, die bis zu 100 Mil­li­o­nen Nicht­zah­ler betreffen.
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Nachdem sich Netflix sein lang angedrohtes Vorgehen gegen das Teilen von Passwörtern bereits in südeuropäischen Ländern wie Spanien versilbert hat, folgt die Einführung kostenpflichtiger Zusatzmitglieder nun in Deutschland, Österreich und den Vereinigten Staaten (USA). Aktuell werden Abonnenten über die neuen Richtlinien, Möglichkeiten und Preise per E-Mail informiert. Infografik Video-Streaming: Netflix baut ab, Disney+ schließt aufVideo-Streaming: Netflix baut ab, Disney+ schließt auf "Ein Netflix-Konto ist für Personen bestimmt, die zusammen in einem Haushalt leben. Personen, die nicht zu Ihrem Haushalt gehören, müssen zum Streamen von Netflix ihr eigenes Konto verwenden", so das Unternehmen auf seiner Support-Webseite. Anstatt eine eigene Standard- oder Premium-Mitgliedschaft einzugehen, können Account-Inhaber (Haushaltskonto) für Personen außerhalb des eigenen Haushalts Zusatzmitgliedskonten einrichten.

5 Euro Aufpreis und teilweise starke Beschränkungen

Der Preis pro Zusatzmitglied beträgt in Deutschland monatlich 4,99 Euro. Allerdings gelten diverse Beschränkungen. Abonnenten mit einem Standard-Tarif (12,99 Euro / Monat) dürfen ihrem Account lediglich einen, Premium-Kunden (17,99 Euro / Monat) maximal zwei Zusatzmitgliedsplätze hinzufügen. Für den günstigeren Basis-Tarif oder das werbefinanzierte Standard-Abo stehen diese Optionen vorerst nicht zur Verfügung.

Die Überprüfung, ob Abonnenten den Zugang mit Personen außerhalb ihres Haushalts teilen, dürfte über stationäre Geräte (z.B. Fernseher, Set-Top-Boxen etc.) erfolgen. Für mobile Geräte scheinen weiterhin Ausnahmeregelungen zu gelten. Entscheidet man sich für die Nutzung eines kostenpflichtigen Zusatzmitgliedskontos, wird für dieses ein separater Login und Passwort erstellt. Außerdem wird der Zugang auf ein Nutzerprofil und nur einen Stream beschränkt, selbst wenn das Hauptkonto über ein Netflix Premium-Abo (4 Streams) verfügt.

Wie reagieren betroffene Netflix-Kunden?

Aktuell geht Netflix davon aus, dass mehr als 100 Millionen Kunden ihren Streaming-Dienst für Filme und Serien nutzen, ohne ein eigenes Haushaltskonto oder Zusatzkonto zu besitzen. Mit der Durchsetzung der Richtlinien zum Anti-Passwort-Sharing soll somit mehr Geld in die Kassen kommen. In Spanien könnte dieser Schritt das Unternehmen bereits rund eine Million Kunden gekostet haben und entsprechend nach hinten losgegangen sein.

Zusammenfassung
  • Netflix setzt neue Richtlinien zum Anti-Konto-Sharing um.
  • Max. 2 Zusatzmitglieder pro Haushalt zu je 5 Euro pro Monat.
  • Separater Account und Passwort für Zusatzmitglieder
  • Beschränkung auf ein Profil und ein Stream pro Zusatzkonto.
  • Evtl. Ausnahmeregelung für Smartphones und Tablets.
  • Erfolg ungewiss: In Spanien rund 1 Mio. Kunden verloren.

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