Elektromobilität: Zahl und Leistung der Ladesäulen nimmt schnell zu
Ein Mangel an Lademöglichkeiten dürfte kaum noch als Grund gegen die Elektromobilität gelten. Im letzten Jahr ist der Ausbau der Lade-Infrastruktur in Deutschland deutlich vorangekommen, wie aus Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht.
Es dürfte inzwischen sogar einfacher sein, eine öffentliche Ladesäule in der Nähe zu finden als eine Tankstelle: In Deutschland gibt es aktuell rund 14.500 Orte, an denen man Benzin oder Diesel tanken kann, die Zahl der gemeldeten öffentliche Ladepunkte belief sich auf 80.541. Allein binnen des letzten Jahres ging die Zahl um 35 Prozent nach oben.
Der Vergleich hinkt natürlich etwas, zeigt aber trotzdem, dass die Entwicklung ziemlich schnell vorangeht. Gebaut werden überwiegend Systeme mit hoher Leistung. Das führte dazu, dass die installierte Gesamt-Ladeleistung deutlich schneller wuchs als die Zahl der Ladesäulen: Hier ging es im Jahresvergleich von 1,74 auf 2,47 Gigawatt nach oben, also um rund 40 Prozent. Eine Steigerung um 80 Prozent verbuchte man bei der Zahl der Schnellladepunkte mit einer Leistung über 150 Gigawatt, von diesen gab es zum Jahresende 2022 nun 7037 Stück.
Aufgrund dessen sieht Andreae auch die Ausbauziele der Bundesregierung als überholt an. Im Koalitionsvertrag sind eine Million Ladepunkte bis 2030 definiert. Dies berücksichtige aber eben nicht, dass die Ladeleistung an den einzelnen Punkten steigt und somit die Batterien deutlich schneller gefüllt werden könnten. Jede Ladesäule könne so am Ende mehr Fahrzeuge bedienen.
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Der Vergleich hinkt natürlich etwas, zeigt aber trotzdem, dass die Entwicklung ziemlich schnell vorangeht. Gebaut werden überwiegend Systeme mit hoher Leistung. Das führte dazu, dass die installierte Gesamt-Ladeleistung deutlich schneller wuchs als die Zahl der Ladesäulen: Hier ging es im Jahresvergleich von 1,74 auf 2,47 Gigawatt nach oben, also um rund 40 Prozent. Eine Steigerung um 80 Prozent verbuchte man bei der Zahl der Schnellladepunkte mit einer Leistung über 150 Gigawatt, von diesen gab es zum Jahresende 2022 nun 7037 Stück.
Ausbau-Ziele sind überholt
"Die Zahlen zeigen deutlich, dass es einen enormen technologischen Sprung bei der Ladeleistung gegeben hat", erklärt Kerstin Andreae, Chefin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). "Lag die durchschnittliche Ladeleistung vor fünf Jahren noch bei rund 20 Kilowatt pro Ladepunkt, so liegt sie heute bei rund 30 Kilowatt." Damit werde deutlich, dass das reine Zählen von Ladepunkten nicht der Technologieentwicklung gerecht wird, sondern dass die installierte Ladeleistung eine zentrale Bezugsgröße für die Bewertung des Ladeangebots sei.Aufgrund dessen sieht Andreae auch die Ausbauziele der Bundesregierung als überholt an. Im Koalitionsvertrag sind eine Million Ladepunkte bis 2030 definiert. Dies berücksichtige aber eben nicht, dass die Ladeleistung an den einzelnen Punkten steigt und somit die Batterien deutlich schneller gefüllt werden könnten. Jede Ladesäule könne so am Ende mehr Fahrzeuge bedienen.
Zusammenfassung
- Lade-Infrastruktur in Deutschland deutlich ausgebaut: 80.541 Ladepunkte (+35%)
- Tankstellen (14.500) zahlenmäßig unterlegen, Schnellladepunkte (7037) +80%
- Durchschnittliche Ladeleistung pro Ladepunkt auf 30 kW gestiegen
- Ausbauziele laut Koalitionsvertrag 1 Mio. Ladepunkte bis 2030
- Ladesäule können mehr Fahrzeuge bedienen, da Ladeleistung ansteigt
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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