Ladesäulen-Blockierer: Berliner Pilotprojekt startet Sensorüberwachung

Zugeparkte Ladestationen sind vielen Elektro-Autofahrern ein Dorn im Auge und für die Städteverwaltungen ein größer werdendes Problem. In Berlin sucht man daher nach neuen Überwachungsmöglichkeiten für die raren Ladeplätze.
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Nadine Dressler

Los geht es mit 220 Parkraumsensoren

Im Rahmen des Projekts werden daher nun zunächst rund 220 Parkraumsensoren an Ladepunkten der Berliner Stadtwerke erprobt und mit einer Open-Data-Plattform verknüpft. Das hat die Senatsverwaltung jetzt mitgeteilt (via Caschy).

Dabei werden Sensoren genutzt, die auch in anderen Fällen zur Parkraumüberwachung eingesetzt werden und erkennen, ob ein Fahrzeug auf dem Parkplatz steht oder nicht.


Mitte und Graefekiez

Dieses Pilotprojekt in Mitte und im Graefekiez soll Fehlnutzungen von Ladestellplätzen reduzieren, teilt die Verwaltung mit. Die Idee dahinter ist einfach: Man verknüpft die Daten, die Ladesäulenbetreiber haben, mit neuen Daten, die die Sensoren über freie Plätze an den Ladesäulen melden. Dort, wo kein Fahrzeug geladen, aber eine Belegung festgestellt wird, können die Ordnungsämter aktiv werden, noch bevor ein ladewilliger E-Autofahrer die vermeintlich freie Ladesäule anfährt und dann feststellt, dass sie blockiert ist.

Das "erleichtert die Überwachung der Ladestellplätze durch die Ordnungsämter und soll die Fehlbelegung, etwa durch Autos mit Verbrennungsmotor, reduzieren", teilt die Senatsverwaltung mit.

Wer sein Auto geladen, aber noch nicht abgestöpselt hat, wird aber nicht befürchten müssen, einen Strafzettel zu bekommen. Nur dort, wo der Ladebetreiber keinen abgeschlossenen Ladevorgang anzeigt, werden die Ordnungsämter tätig. Zudem gibt es an vielen Plätzen bereits eine Blockiergebühr, wenn man sein Fahrzeug nach dem Ladevorgang nicht nach einer bestimmten Zeit entfernt.

Ermöglicht wird die aktive Überwachung durch eine Plattform, die Berlin bereits im vergangenen Jahr an den Start gebracht hat.

Das Projekt "E-Informationsplattform" soll die Datenschnittstellen von Sensorik- und Ladeinfrastrukturbetreibenden im öffentlichen Raum an die E-Informationsplattform anschließen, um statische und dynamische Statusinformationen zusammenzuführen.

Digitale Plattform Stadtverkehr

"Nach Aufbereitung auf der landeseigenen ‚Digitalen Plattform Stadtverkehr‘, die für die Verkehrsinformationszentrale Berlin geschaffen wurde, sollen diese grafisch dargestellt und zudem über eine offene Schnittstelle (Open Data) zur Verfügung gestellt werden", hieß es zum Auftakt des Projekts.

Der Bezirk Mitte beteiligt sich mit dem Straßen- und Grünflächenamt sowie dem Ordnungsamt proaktiv am Pilotvorhaben. Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wird der Verkehrsversuch an den Ladeeinrichtungen im Kreuzberger Graefekiez unterstützt.

Zusammenfassung
  • Berlin erprobt 220 Parkraumsensoren an Ladepunkten gegen Fehlnutzung.
  • Sensoren erkennen, ob Fahrzeug auf Parkplatz steht oder nicht.
  • Daten von Ladesäulen werden mit neuen Daten der Sensoren verknüpft.
  • Ordnungsämter können aktiv werden, bevor E-Autofahrer anfährt.
  • Projekt "E-Informationsplattform" schafft Datenschnittstellen.
  • Grafisch dargestellte Statusinformationen über Open Data Plattform.

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