Rückzug vom Rückzug: Russland kehrt kleinlaut auf die ISS zurück
Drohungen von einem Absturz, der baldige Ausstieg, der Aufbau einer eigenen Raumstation: Russlands Vertreter hatten in Bezug auf die ISS aggressive Töne angestimmt. Jetzt folgt kleinlaut der Rückzug vom Rückzug: Bis 2028 bleibt man halt doch Teil der Station, mindestens.
Diese milderen Stimmen - in Bezug auf den Weltraum - scheinen sich jetzt endgültig innerhalb der russischen Regierung durchgesetzt zu haben. Dmitri Rogosin wurde im Juli dieses Jahres seines Postens enthoben, sein Nachfolger ist Juri Borissow. Für die Ankündigung des Rückzugs vom Rückzug sorgt aber dann jetzt eine noch deutlich wichtigere Stimme der Regierung: "Wir halten es für möglich, die Nutzung der ISS in Minimalkonfiguration bis zum Aufbau einer russischen Raumstation fortzusetzen, das heißt bis 2028", so Russlands Vizepremier und Industrieminister Denis Manturow am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax (via FutureZone).
Siehe auch:
Infografik: Die Raumstation ISS in Zahlen
Russland hat sich neu sortiert
Russland hatte sich bis vor Kurzem noch sehr selbstbewusst auf die Brust geklopft. Man wolle die internationale Zusammenarbeit auf der ISS "nach dem Jahr 2024" beenden und eine eigene Raumstation aufbauen. Dmitri Rogosin, mittlerweile Ex-Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, hatte dieses Ablaufdatum bis zuletzt wiederholt kommuniziert. Offenbar gab es aber auch innerhalb der Behörde keine Einigkeit über das weitere Vorgehen. Sergej Krikaljow, verantwortlich für bemannte Raumfahrt, hatte Ende letzten Jahres klar formuliert: Er hoffe ganz im Gegenteil, dass sein Land das Abkommen zur Nutzung der Station verlängern werde.Diese milderen Stimmen - in Bezug auf den Weltraum - scheinen sich jetzt endgültig innerhalb der russischen Regierung durchgesetzt zu haben. Dmitri Rogosin wurde im Juli dieses Jahres seines Postens enthoben, sein Nachfolger ist Juri Borissow. Für die Ankündigung des Rückzugs vom Rückzug sorgt aber dann jetzt eine noch deutlich wichtigere Stimme der Regierung: "Wir halten es für möglich, die Nutzung der ISS in Minimalkonfiguration bis zum Aufbau einer russischen Raumstation fortzusetzen, das heißt bis 2028", so Russlands Vizepremier und Industrieminister Denis Manturow am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax (via FutureZone).
Immer schön unkonkret bleiben
Ja, auch hier wählt Russland eine Formulierung, die viel Spielraum lässt. Nach den aggressiven Tönen der letzten Monate, ist eine solche Aussage eines wichtigen Regierungsmitglieds auf jeden Fall ein starkes Zeichen, dass das Land die ISS auf absehbare Zeit weiter mit nutzen will. Natürlich kann man hier spekulieren, dass die vollmundige Ankündigung des schnellen Aufbaus einer eigenen Station hart mit dem real Machbaren kollidiert sein dürfte. Aus der Drohkulisse eines Ausstiegs politisches Kapital zu schlagen, war aber auf jeden Fall Teil dieses Plans.Siehe auch:
- Viel Lärm um nichts? Russland dürfte bis 2028 auf der ISS bleiben
- Jetzt fix: Russland steigt 2024 aus internationaler Raumstation aus
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- Russische Kosmonauten missbrauchen die ISS für Propaganda
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