Raumstation "Ross":
Russland zeigt erstmals seinen ISS-Nachfolger
In der extraterrestrischen "Ehe" zwischen Russland und dem Westen hat es zwar schon länger gekriselt, mit dem russischen Angriff auf die Ukraine wurde die Scheidung auf der Internationalen Raumstation aber besiegelt. Russland hat nun seinen ISS-Nachfolger als Modell gezeigt.
Die Internationale Raumstation steht schon länger zur Debatte, denn das erste Modul der multinationalen Forschungseinrichtung im Weltall wurde erstmals 1998 in den Weltraum geschossen. Mittlerweile ist die ISS in die Jahre gekommen und deshalb gibt es schon länger Überlegungen bzw. Pläne, diese außer Dienst zu stellen bzw. einen oder mehrere Nachfolger anzugehen. Zuletzt sah es zwar danach aus, als würden sich die Partner auf eine Verlängerung einigen, doch mit dem Krieg in der Ukraine hat sich das im Wesentlichen erledigt, jedenfalls von russischer Seite aus.
Nun hat die russische Weltraumagentur Roskosmos erstmals ein Modell des geplanten Nachfolgers gezeigt, diese Raumstation haben Medien Ross getauft. Gezeigt wurde sie jetzt erstmals auf der Militär-Industrie-Messe "Army-2022" in der Nähe von Moskau, es gab nicht nur ein Modell zu sehen, sondern man konnte auch einige neue Informationen zum Ablauf des Aufbaus erfahren.
Einen konkreten Fahrplan gibt es allerdings noch nicht, zumindest keinen gesicherten: Laut russischen Staatsmedien ist der Start des ersten Moduls aktuell für 2025 oder 2026 geplant. Das Fenster ist allerdings größer, denn es heißt, dass das "nicht später" als 2030 erfolgen soll. Die zweite Phase soll dann zwischen 2030 und 2035 abgeschlossen sein.
Auch wenn russische Medien hier laut auf der Propaganda-Pauke spielen: Es gibt zu Ross mehr Fragezeichen als Antworten. Denn derzeit ist unklar, ob Russland das im Alleingang überhaupt finanzieren kann, geschweige denn angesichts der Sanktionen technisch bewerkstelligen kann.
Siehe auch:
Infografik: Die Raumstation ISS in Zahlen
Nun hat die russische Weltraumagentur Roskosmos erstmals ein Modell des geplanten Nachfolgers gezeigt, diese Raumstation haben Medien Ross getauft. Gezeigt wurde sie jetzt erstmals auf der Militär-Industrie-Messe "Army-2022" in der Nähe von Moskau, es gab nicht nur ein Modell zu sehen, sondern man konnte auch einige neue Informationen zum Ablauf des Aufbaus erfahren.
Zwei Phasen, Zeitplan noch mit Fragezeichen
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass der Aufbau der neuen russischen Raumstation in zwei Phasen ablaufen soll: Zunächst sollen vier Module ins All geschossen werden, später wird die Zahl auf sechs sowie eine zusätzliche Service-Plattform anwachsen. Ross soll bis zu vier Kosmonauten beherbergen können (sie soll allerdings nicht durchgehend besetzt sein) und einen besseren Blick auf die Erde bieten.Einen konkreten Fahrplan gibt es allerdings noch nicht, zumindest keinen gesicherten: Laut russischen Staatsmedien ist der Start des ersten Moduls aktuell für 2025 oder 2026 geplant. Das Fenster ist allerdings größer, denn es heißt, dass das "nicht später" als 2030 erfolgen soll. Die zweite Phase soll dann zwischen 2030 und 2035 abgeschlossen sein.
Auch wenn russische Medien hier laut auf der Propaganda-Pauke spielen: Es gibt zu Ross mehr Fragezeichen als Antworten. Denn derzeit ist unklar, ob Russland das im Alleingang überhaupt finanzieren kann, geschweige denn angesichts der Sanktionen technisch bewerkstelligen kann.
Siehe auch:
- Viel Lärm um nichts? Russland dürfte bis 2028 auf der ISS bleiben
- Jetzt fix: Russland steigt 2024 aus Internationaler Raumstation aus
- NASA verurteilt die russische Propaganda-Aktion auf der ISS scharf
- Russische Kosmonauten missbrauchen die ISS für Propaganda
- Trotz des Krieges: NASA und Russland kommen ISS-Verlängerung näher
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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