VW: Wir sind nicht schuld an Klima-Schäden - sondern unsere Kunden

Der Automobilkonzern Volkswagen bestreitet, dass von ihm irgendwelche Umweltschäden ausgegangen seien. Schuld seien vielmehr die Verbraucher, die mit den Fahrzeugen aus der Produktion des Unternehmens unterwegs sind und die Emissionen verursachen. Mit dieser Argumentation tritt das Unternehmen jetzt zumindest vor Gericht auf, wie aus einem Bericht der Tagesschau hervorgeht. Der Wolfsburger Konzern muss sich hier mit der Klage eines Biobauern auseinandersetzen, der von der Umweltorganisation Greenpeace unterstützt wird. Der Kläger macht VW mitverantwortlich dafür, dass ihm aufgrund der aktuellen Dürre ein enormer wirtschaftlicher Schaden entsteht.

In vielen Regionen Europas bekommen Landwirte die Folgen der Klimakrise seit einiger Zeit massiv zu spüren - so auch im aktuellen Sommer, in dem über sehr viele Wochen hinweg quasi keine nennenswerten Niederschläge zu verzeichnen waren und die Zahl der Hitzetage weiter zugenommen hat. Während die Getreide-Ernten noch relativ gut ausfielen, sieht es bei später zu erntenden Feldfrüchten wie Mais oder Sonnenblumen eher schlecht aus.


VW auf Klimaleugner-Kurs

Der klagende Bauer wirft VW vor, mit seiner Produktion von Autos mit Verbrennungsmotoren einen direkten Beitrag zur Klimakrise geleistet zu haben, die ihm nun schadet. Sowohl seine Waldflächen als auch die Äcker würden dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Letztlich gehe es ihm bei seiner Klage aber nicht einfach darum, Schadensersatz zu erhalten, sondern den Schutz des Klimas für kommende Generationen zu verbessern.

VW aber weist jede Verantwortung von sich. So heißt es in der Klageerwiderung: "Dürreperioden und mangelnde Bodenfeuchte gab es auch zu vorindustriellen Zeiten." Solche Phänomene würden demnach auch unabhängig vom Klimawandel auftreten. Diese Argumentation kennt man aus Kreisen, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die klimatischen Entwicklungen immer wieder leugnen. Die moderne Attributionsforschung kann hingegen sehr wohl direkte Zusammenhänge belegen.

Auf einem zweiten Argumentationspfad schieben die VW-Anwälte eine mögliche Schuld dann den Kunden des Unternehmens zu. "Die der Beklagten zugeschriebenen CO₂-Emissionen entstehen […] zu etwa 99 % nicht in ihrer Sphäre, sondern durch eine eigenverantwortliche und eigennützige Verwendung der Fahrzeuge durch die Nutzerinnen und Nutzer", heißt es. Die Klimaschäden entstünden also nicht, weil VW Verbrenner-Fahrzeuge in großem Stil produziert, sondern, weil die Käufer dieser Autos sie nutzen.

Siehe auch:

Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!