Fridays for Future fordert 100-Mrd.-Sondervermögen für Klimaschutz

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat angesichts der aktuellen Krisen die Einrichtung eines Sondervermögens in Höhe von 100 Milliarden Euro gefordert. Aus diesem Topf sollen diverse Maßnahmen für den Klimaschutz finanziert werden.
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Insgesamt soll das Geld vor allem dem Ziel dienen, beschleunigt aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wegzukommen. Dafür schlagen die jungen Menschen, die vorrangig in der Bewegung aktiv sind, verschiedene Maßnahmen vor, die aus dem Sondervermögen finanziert werden könnten. Der größte Teil geht dabei natürlich in einen deutlich beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien und der zugehörigen Infrastruktur.

Aber auch der Mobilitätsbereich nimmt einen großen Raum ein. Hier fordern die Klimaaktivisten die Finanzierung einer Fortführung des 9-Euro-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr und massive Investitionen in den Ausbau des ÖPNV, damit dieser für deutlich mehr Menschen eine Alternative zum Auto wird.

Luisa Neubauer, Sprecherin von Fridays for Future Deutschland, erklärte, dass Energiekrise und Klimakrise letztlich die gleichen Ursachen hätten: "Unsere Abhängigkeit von fossilen Energien." Und weiter: "Die Angst vor den Nebenkostenabrechnungen ist eine direkte Konsequenz einer Politik, die sich zu lange geweigert hat, echte Energieunabhängigkeit auf Basis erneuerbarer Energien herzustellen. Wenn jetzt nicht massiv in die schnelle Transformation weg von Kohle, Öl und Gas investiert wird, dann haben wir keine Chance aus der Krisenspirale rauszukommen."

Finanzierung machbar

Die Forderung nach dem Sondervermögen orientiert sich dabei an einem ähnlichen Paket, das die Bundesregierung für die Bundeswehr bereitstellen will. Vorschläge gab es seitens der Bewegung allerdings nicht nur hinsichtlich der Ausgaben, sondern auch, wie der große Geldtopf gegenfinanziert werden kann. Den größten Anteil könnte hier ein Ausstieg aus den Subventionen ausmachen, die derzeit noch in fossile Energieträger fließen - das sind immerhin rund 65 Milliarden Euro im Jahr. Aber auch eine Übergewinnsteuer auf Krisengewinne der Energiekonzerne und eine Lockerung der Schuldenbremse könnten weitere Optionen geben - denn aus Sicht der Jugendlichen bringt es letztlich wenig, wenn man am Ende zwar mit weniger Staatsschulden, aber einem unbewohnbaren Planeten dasteht.

Unterstützung erhielten die Aktivisten von verschiedenen Wissenschaftlern, mit denen man das Konzept für das Sondervermögen gemeinsam ausgearbeitet hat. Diese wurden bei der Präsentation der Forderung von Wirtschaftsforscher Marcel Fratzscher und Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme, vertreten.

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