Das sind Gründe, warum Anti-Piraterie-Kampagnen nicht funktionieren

In der Regel sind Kampagnen gegen Piraterie hart in der Wortwahl, die Industrie arbeitet bevorzugt mit Abschreckung. Im deutschsprachigen Raum hieß es etwa "Raubkopierer sind Verbrecher", doch das bedeutet nicht, dass die Angesprochenen beeindruckt waren. Konkret implizierte das Wort Verbrecher nämlich, dass Piraterie strafrechtliche Folgen für deren Nutzer hat. Das ist aber natürlich falsch. Denn strafrechtliche Konsequenzen haben allenfalls jene zu befürchten, die Urheberrechtsverstöße auf gewerblicher Ebene durchführen. Nutzer, die beispielsweise Torrents herunterladen und auch (automatisch) verteilen, bekommen es zwar unter Umständen mit Abmahnungen zu tun, strafrechtlich haben sie aber nichts zu befürchten.

Raubkopierer sind VerbrecherRaubkopierer sind VerbrecherRaubkopierer sind VerbrecherRaubkopierer sind Verbrecher

Ähnliche Kampagnen gibt es aber nahezu überall auf der Welt. Die vielleicht bekanntesten Spots weltweit sind jene, die unter den Slogans "You Wouldn't Steal a Car" und "Piracy. It's a crime" bekannt wurden, also "Du würdest auch kein Auto stehlen" und "Piraterie. Es ist ein Verbrechen".

Hart ist nicht gleich wirksam

So hart derartige Kampagnen auch formuliert sind - laut einer neuen Studie mögen sie zwar Hollywood-Manager beeindrucken, nicht aber die Piraten selbst. Wie TorrentFreak berichtet, sind Anti-Piraterie-Kampagnen immer wieder voller Fehler im Zusammenhang mit der Verhaltensforschung.

Piracy. It's a crime - eine der bekanntesten Anti-Piraterie-Kampagnen

Dazu zählt unter anderem die Tendenz der Verantwortlichen, eine Kombination aus stärkeren und schwächeren Argumenten in einer einzigen Kampagne zu vereinen. Sie gehen nämlich fälschlicherweise davon aus, dass mehr Argumente besser sind. Das ist aber ein Irrtum, denn starke Punkte werden durch schwache verwässert.

Konkret ist etwa der Verweis auf organisiertes Verbrechen nicht gerade hilfreich, wenn man auf Punkte wie Schadsoftware, Bußgelder, schlechte Qualität, Internetsperren und Verluste für die Industrie verweisen will.

Die "You Wouldn't Steal a Car"-Kampagne ist das beste Beispiel dafür, so die Autoren: "Darin wurde das Herunterladen eines Films mit verschiedenen Formen des Diebstahls verglichen, darunter einigermaßen relevante (Diebstahl einer DVD in einem Geschäft) und etwas absurde andere (Diebstahl von Handtaschen, Fernsehern, Autos), wodurch die Botschaft verwässert wurde."

Ein weiterer Fehler derartiger Kampagnen ist der Fokus auf Zahlen. Diese mögen zwar für die Industrie relevant sein, den Nutzer bzw. Piraten interessieren sie nicht im geringsten. Auch das "persönliche" Ansprechen der Anwender ist nicht hilfreich. Wenn also berühmte Schauspieler*innen den Piraten ins Gewissen reden wollen und über ihre finanziellen Verluste sprechen, dann gewinnen sie damit keine Sympathien - weil die Nutzer kein Mitleid haben, wenn (reiche) Schauspieler weniger verdienen.

Schließlich sei es ein Fehler, zu betonen, wie populär Piraterie ist: "Die direkte oder indirekte Information von Einzelpersonen, dass viele Menschen Raubkopierer sind, ist kontraproduktiv und fördert die Piraterie, indem sie die angesprochenen Personen dazu bringt, sich ähnlich zu verhalten. Diese Botschaften liefern den Möchtegern-Piraten die nötige Rationalisierung, indem sie betonen, dass 'alle es tun'."

Siehe auch:
Software, Piraterie, Illegal, Downloads, Piracy Software, Piraterie, Illegal, Downloads, Piracy Anti Piracy
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