Wie man Piraterie bekämpft - und mit absurdem Gesetz am Leben hält

Die Filmindustrien aller Länder sind aktiv im Kampf gegen die Piraterie, Frankreich gilt aber als besonders streng in dieser Disziplin. Doch die Grande Nation ist in diesem Kampf gegen illegales Filesharing etwas schizophren unterwegs. Denn man macht sich selbst das Leben schwer. Die Hadopi-Behörde ist oder besser gesagt war vielen auch außerhalb Frankreichs bekannt, seit Anfang dieses Jahres existiert diese Einrichtung aber nicht mehr, jedenfalls nicht in der bisherigen Form. Denn Hadopi wurde mit einer weiteren Behörde fusioniert, die neue mächtige Anti-Piraterie-Behörde nennt sich Autorité de régulation de la communication audiovisuelle et numérique, kurz Arcom.

Arcom wurde auch mit zusätzlichen Befugnissen ausgestattet und darf nun beispielsweise eine schwarze Liste "problematischer" Seiten und Mirrors führen, diese können und sollen Provider nutzen, um diese Ziele zu blocken. Arcom darf auch hart gegen illegale Sport-Streams vorgehen und noch einiges mehr.

"Geißel der Piraterie"

Wie TorrentFreak berichtet, hat Denis Rapone, hochrangiges Arcom-Mitglied, vor Teilnehmern des Cannes Film-Festivals gesprochen. Und Rapone lobte die Bemühungen der Filmindustrie in höchsten und auch scharfen Tönen: "Uns eint ein gemeinsamer Kampf: der Schutz des französischen Schaffens und seiner Vitalität vor der räuberischen Geißel der Piraterie."

Der Kampf gegen Piraten zeige Erfolge, so Rapone, man müsse aber immer noch mehr unternehmen. Die Zahlen geben ihm durchaus Recht, allerdings sind dem Filesharing-Blog auch einige Anomalien aufgefallen. Denn Frankreich hat einen verhältnismäßig hohen Anteil an Filmpiraterie. Laut TorrentFreak hat das mit einer französischen Besonderheit zu tun, nämlich einem "Medienchronologie" genannten Gesetz.

Drei(!) Jahre Kino-Exklusivität

Dabei handelt es sich um ein absurd langes Zeitfenster der Kinoexklusivität von Filmen. Denn bis vor kurzem durfte in Frankreich ein Film erst nach drei Jahren nach der Kinopremiere verliehen oder auf Streaming-Diensten gezeigt werden. Dieser Zeitraum wurde zuletzt zwar verkürzt, und zwar auf 17 Monate für Amazon und Disney sowie 15 Monate für Netflix. Letzterer hat sich die zwei Monate im Wesentlichen erkauft, indem sich Netflix bereit erklärte, 190 Millionen pro Jahr in lokale TV- und Film-Inhalte zu investieren.

Das halten viele Experten für viel zu lange, denn französische Filmfans müssen viele Monate warten, während die ganze Welt einen Film schon im Heimkino sehen kann und konnte. Und was machen sie? Sie greifen zu illegalen Downloads.

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