Kehrtwende: Bundeskriminalamt bekommt Telegram-Nutzerdaten

Einem Medienbericht zufolge hat der Druck auf die Betreiber des Messenger-Dienstes Telegram dazu beigetragen, dass das Unternehmen dem Bundeskriminalamt Nutzerdaten herausgegeben hat. Telegram war dabei bisher für seine restriktive Haltung bekannt.
Telegram, Telegram Desktop, Telegram Plus, Telegram Logo
Wie der Spiegel schreibt, haben die deutschen Behörden einen Erfolg erzielt - das Bundeskriminalamt hat in mehreren Fällen die Daten von Verdächtigen aus den Bereichen Kindesmissbrauch und Terrorismus erhalten, die sich über Telegram ausgetauscht hatten. Einzelheiten sind dazu noch nicht bekannt, da es sich um laufende Ermittlungen handelt.

Das ist gleich aus mehreren Perspektiven interessant. Telegram hatte sich zunächst komplett gegen eine Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden gesperrt. Dann war dieser Widerstand aber nach und nach gebröckelt, bis es nun zur Datenherausgabe kam. Infografik WhatsApp, Instagram & Co: Wie Jugendliche am liebsten kommunizierenWhatsApp, Instagram & Co: Wie Jugendliche am liebsten kommunizieren

Stellungnahme des Unternehmens fehlt

Zudem macht das Unternehmen damit auch Werbung, dass man nicht mit Behörden kooperiert, kooperiert hat oder kooperieren wird. In den FAQ auf der Telegram-Homepage heißt es weiterhin, man habe "0 Byte Nutzerdaten an Dritte weitergegeben, einschließlich aller Regierungen".

Nun dürfte es außerdem spannend werden, wie die Nutzer-Gemeinde auf das Bekanntwerden der Herausgabe reagiert. Über die Plattform läuft ein großer Teil der Kommunikation einer Szene, die sich aus einer recht kruden Mischung von Verschwörungsgläubigen, Esoterikern und Rechtsradikalen zusammensetzt. Anfang des Jahres hatte das Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen eine Spezialeinheit gegründet, die nur dafür abgestellt wurde, die Radikalisierung dieser Gruppen im Internet und speziell bei Telegram zu überwachen.

Seit Beginn 2022 wuchs auch der Druck auf Telegram immer stärker an. Da Telegram nicht reagierte, hatten die Behörden ihr Anliegen über die Medien verbreitet und auch Drohungen, mit allen rechtlichen Mitteln gegen das Unternehmen vorzugehen, öffentlich ausgesprochen.

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