Es funktioniert: Forscher ziehen erstmals Pflanzen in Mondstaub groß

Es ist ein kleiner Schritt für die Landwirtschaft, aber ein großes Symbol für die Menschheit: Erstmals ist eine Pflanze in der "Erde" eines anderen Himmelskörpers gewachsen - konkret im Mondstaub, den Astronauten vor vielen Jahren mitbrachten. Die Apollo-Missionen in den 1970er Jahren hatten mehrfach Steine und auch den nahezu allgegenwärtigen Staub von der Mondoberfläche mit zur Erde gebracht. Aufgrund dessen, dass es sich nicht gerade um riesige Mengen an Material handelte, wurde die Arbeit damit streng reglementiert. Daher dauerte es wohl bis jetzt, dass Experimente durchgeführt werden konnten, die garantiert zu Verunreinigungen führen.

Wissenschaftler bekamen nun aber doch die Möglichkeit auszuprobieren, ob sich Pflanzen in Mondstaub entwickeln können. Und das taten sie durchaus. Allerdings wählten die Forscher eine Art aus, die dafür bekannt ist, keine besonderen Ansprüche zu stellen: Die Ackerschmalwand. Diese ist aber durchaus gut für die zu beantwortenden Fragestellungen geeignet - denn die Pflanze gehört zu den Modell-Organismen in der Biologie, deren Verhalten in vielfältigsten Umgebungen gut erforscht ist. Pflanze wächst in MondstaubFrisches Grün in Mondstaub gewachsen "Wir haben herausgefunden, dass Pflanzen tatsächlich im Mondregolith wachsen, allerdings reagieren sie so, als ob sie in einer Stresssituation wachsen würden", erklärte Anna-Lisa Paul, Molekularbiologin an der Universität von Florida. Die Ackerschmalwand, Arabidopsis thaliana, ist eine kleine blühende Pflanze, die mit Brokkoli, Blumenkohl und Grünkohl verwandt ist. "Sie ist nicht besonders schmackhaft", fügte Paul allerdings hinzu.

Langsam, aber normal

Um direkte Vergleiche ziehen zu können, wurden Samen sowohl in den Mondstaub als auch in Vulkanasche, die ebenfalls keine organischen, aber viele mineralische Bestandteile hat, gelegt. Im Mondstaub entwickelten sich die gekeimten Pflanzen dann langsamer, aber sie wuchsen auf recht normale Weise.

"Die Fähigkeit, Pflanzen mit auf den Mond zu nehmen, ist die Voraussetzung dafür, dass wir dort unsere eigene Nahrung anbauen und eine Zeit lang ohne Nachschub auskommen können", sagte Robert Ferl, einer der Mitautoren der Studie. "Der Nachweis, dass Pflanzen im Mondboden wachsen können, ist ein großer Schritt in diese Richtung, um uns in Mondkolonien anzusiedeln."

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