Weltraumschrott: Zeitfenster für sichere Starts schließt sich zusehends

Der massive Preisverfall in der Raumfahrt bringt einerseits spannende Möglichkeiten hervor - aber eben auch ein gravierendes Risiko. Projekte wie Starlink oder OneWeb lassen den Zeitpunkt deutlich näher kommen, an dem Raumfahrt zum Glücksspiel wird.
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Seit Jahrzehnten nimmt der Verkehr in den erdnahen Orbits zu, da es immer günstiger wird, Satelliten in der Umlaufbahn um die Erde zu platzieren. Allerdings machte die Entwicklung in den letzten Jahren einen massiven Sprung, da eine ganze Reihe von privaten Raumfahrtunternehmen extrem günstige Wege ins All geschaffen hat. Um einen Satelliten zu platzieren, musste man einst mindestens hunderttausende Dollar investieren, inzwischen sind es bei kleineren Systemen wenige tausend geworden.

Bereits jetzt fliegen tausende Tonnen Weltraumschrott um die Erde - und das in Geschwindigkeiten von zehntausenden Kilometern pro Stunde, was selbst kleine Bruchstücke zu sehr gefährlichen Geschossen macht. Dadurch müssen Satelliten oder eben auch die Raumstationen regelmäßige Ausweich-Manöver fliegen.

Satelliten-Zahl nimmt rasant zu

Mit der Zeit sinken die ausgedienten Raketen-Stufen, abgeschaltete Satelliten und sonstige Objekte zwar immer weiter ab, es kann aber Jahrzehnte dauern, bis sie in der Atmosphäre der Erde verglühen. Die Situation verschlechtert sich immer schneller, da so viele neue Satelliten wie nie zuvor ins All geschossen werden. Waren die Starts früher noch Zeitungsmeldungen wert, haben sie sich inzwischen deutlich normalisiert. Allein im letzten Jahr wurden 1702 neue Objekte in den Erdorbits platziert, wie NBC News berichtet. Insgesamt sind damit aktuell 4852 Satelliten im Einsatz - doppelt so viele wie 2018. Und die Menge wird weiter schnell wachsen, da beispielsweise neben SpaceX auch mindestens zwei weitere Anbieter - OneWeb und Amazon - Flotten aus tausenden Satelliten betreiben wollen, die weltweit Internet-Verbindungen bereitstellen.

Diese Satelliten haben aber zumindest die Option vorgesehen, dass sie nach dem Ende ihrer regulären Betriebszeit auf einen Absturz-Kurs gebracht werden. Das ist bei älterem Schrott kaum der Fall und es droht immer häufiger zu Kollisionen zu kommen. Und diese sorgen dann dafür, dass statt eines großen gefährlichen Objekts dann viele kleine gefährliche Objekte unterwegs sind.

Es ist absehbar, dass eine Situation eintritt, in der es kaum noch möglich ist, mit einem Raumfahrzeug von der Erde wegzukommen und dabei einen Weg zu nehmen, auf dem man vor herumfliegenden Teilen sicher ist. Irgendwann wird man daher wohl damit leben müssen, dass es eher Glück sein wird, wenn man unbeschadet durch die Schrott-Sphäre kommt. Das dürfte zu einem größeren Problem für bemannte Flüge zu Mond und Mars werden, als der dann erreichte Stand der Technik.

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