Satellit im Weg: USA verhängen erstmals Strafe wegen Weltraumschrott

Die USA haben erstmals eine Geldstrafe wegen Weltraumschrott ver­hängt. Der Betreiber einer Plattform für Satellitenfernsehen muss eine Strafe in Höhe von mehr als 150.000 US-Dollar zahlen, weil er einen alten Satelliten zur Gefahr für andere Objekte im Orbit werden ließ.
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Maxar Technologies

FCC verhängt erste Strafe wegen altem Satelliten

Die amerikanische Federal Communications Commission (FCC) hat eine Geldstrafe gegen den Satelliten-TV-Anbieter Dish Network verhängt, weil dieser einen ausgedienten Satelliten nicht auf eine weiter außen liegende Umlaufbahn bewegt hat, um andere Satelliten nicht zu gefährden. Dies teilte die Behörde in einer Presseaussendung mit

Dish Network hat sein Fehlverhalten inzwischen eingestanden und sich bereit erklärt, mit der FCC an einem Plan für die Einhaltung der Vorgaben der Behörde zu arbeiten. Dennoch muss Dish jetzt 150.000 Dollar Strafe zahlen, was umgerechnet fast 143.000 Euro entspricht. Für das Unternehmen dürfte dies allerdings leicht zu verkraften sein.


EchoStar-7 schaffte es nicht auf vorgesehene Umlaufbahn

In dem Fall geht es konkret um den Satelliten EchoStar-7, der 2002 erstmals auf eine geostationäre Umlaufbahn in 36.000 Kilometern Höhe gebracht wurde. Der Satellit wurde 2022 ausgemustert und sollte dann eigentlich auf eine geänderte Umlaufbahn gebracht werden. Weil dem Satelliten jedoch der Treibstoff ausging, konnte er nicht auf die von der FCC vorgegebene sichere Höhe gebracht werden.

Für die FCC ist die jetzt verhängte Geldstrafe ein Meilenstein, weil man darin einen Beleg für die eigene Fähigkeit sieht, die Betreiber von Satelliten zur Rechenschaft zu ziehen, wenn es um die Einhaltung ihrer Verpflichtungen geht. Künftig wolle man sich bei ähnlichen Fällen auf den Umgang mit der aktuellen Situation rund um EchoStar-7 stützen, hieß es weiter.

Dish hingegen dürfte der Fall kaum jucken, schließlich setzte der US-Konzern allein im letzten Jahr gut 16,7 Milliarden Dollar um, womit die Strafe der FCC nur ein Tropfen auf den heißen Stein darstellen dürfte. Für andere Satelliten könnte der alte EchoStar-7 künftig zu einem großen Problem werden, sollte es zu Kollisionen kommen. Seit 1957 wurde mehr als 10.000 Satelliten ins All gebracht, von denen mehr als die Hälfte bereits nicht mehr genutzt wird.

Zusammenfassung
  • USA verhängt erstmals Geldstrafe wegen Weltraumschrott
  • Satelliten-TV-Anbieter Dish Network muss 150.000 Dollar Strafe zahlen
  • Dish Network ließ ausgedienten Satelliten EchoStar-7 im Orbit
  • EchoStar-7 wegen Treibstoffmangel nicht auf sichere Höhe gebracht
  • Strafe als Beleg für Durchsetzung von Verpflichtungen der Betreiber
  • Strafe finanziell unbedeutend, Umsatz 16,7 Milliarden Dollar
  • Über 10.000 Satelliten im All, mehr als die Hälfte ungenutzt.

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