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Eltern bauen eigene Schul-App - Stadt schickt die Polizei vorbei

In vielen Bereichen toben Auseinandersetzungen zwischen schlech­ten originalen Online-Angeboten und den un­er­wünsch­ten, aber bei Nutzern beliebten Open Source-Al­ter­na­ti­ven en­ga­gier­ter Freizeit-Entwickler. Im schwedischen Stockholm wurde sogar die Polizei eingeschaltet.
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Seit dem Jahr 2013 arbeitet die kommunale Verwaltung daran, mit der Skolplattform eine Plattform anzubieten, die alle möglichen Informationen aus dem Schulalltag für Schüler und Eltern zugänglich macht. Das kostete die Stadt bisher einen dreistelligen Millionen-Betrag, fünf externe Unternehmen sind an der Entwicklung beteiligt. Die Anwendung funktioniert aber bis heute nicht richtig, kürzlich musste die Stadt aufgrund einiger Probleme ein DSGVO-Bußgeld von rund 400.000 Euro zahlen und die Android-App für die Skolplattform kommt auf eine Bewertung von gerade einmal 1,2 Sternen.

Vor einem guten Jahr begann ein frustrierter Vater dann aber mit der Entwicklung von Öppna Skolplattformen (Offene Schulplattform), berichtet das Magazin Wired. Er bat die zuständigen Stellen bei der Stadt, die APIs zugänglich zu machen. Da dies nicht geschah, erarbeitete er sich die Datenquellen durch Reverse Engineering der originalen App. Der erste Release erfolgte dann am 12. Februar. Die App, die zur Finanzierung der laufenden Kosten 1 Euro kostet, bietet vor allem Zugang zu ohnehin öffentlichen Informationen wie Schulveranstaltungen und Stundenplänen. Über einen integrierten Browser können sich Eltern aber auch mit ihrer BankID in die persönlichen Behörden-Bereiche einloggen und beispielsweise Zensuren ihrer Kinder einsehen. Das Ergebnis: Die Smartphone-App wird mit 4,2 Sternen bewertet.

Hin und her

Seitens der Stadt findet man es aber nicht gut, dass Bürger die Sache in die eigenen Hände nehmen. Seit Monaten findet so beispielsweise ein Katz-und-Maus-Spiel um die APIs statt: Die offiziellen Entwickler bauen etwas um, damit die offene Alternative ausgesperrt wird, und deren Programmierer versuchen schnellstmöglich ein Update auszuliefern, mit dem alles wieder funktioniert.

Sogar die Polizei wurde von der Stadtverwaltung bereits eingeschaltet. Sie soll untersuchen, ob die Entwickler hier illegal Daten abzweigen. Cybercrime-Spezialisten untersuchen die App seitdem und haben auch schon die Entwickler befragt. Hauptsächlich dürfte dies aber eher der Abschreckung dienen, konkrete Ergebnisse, dass irgendetwas illegal laufen würde, gab es nicht.

An der Entwicklung der Open Source-App wirken inzwischen über 40 Leute mit und der Bedarf ist da. Zuletzt gab es bei den Verantwortlichen in der Verwaltung sogar ein Umdenken. Ein externer Anbieter wurde quasi als neutrale Stelle damit beauftragt, Lizenzen und Verfahrensweisen auszuarbeiten, wie die offene Plattform an die kommunalen Datenzugänge angebunden werden kann.

Siehe auch: 2,6 Mio. für Online-Brockhaus an Schulen: NRW will kein Wiki & Co.
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