2,6 Mio. für Online-Brockhaus an Schulen:
NRW will kein Wiki & Co.
Im Alltag ist es wichtig, mit frei verfügbaren Online-Enzyklopädien und anderen Werkzeugen umgehen zu können. NRW kauft jetzt trotzdem für Millionen Euro eine Drei-Jahres-Lizenz für das proprietäre Online-Brockhaus. Kritiker werfen ökonomische und pädagogische Fragen auf.
Wie Netzpolitik.org berichtet, hat das Land NRW jüngst für 2,6 Millionen Euro Lizenzen für die kostenpflichtigen und proprietären Enzyklopädien von Brockhaus erworben, die zu diesem Preis drei Jahre an den Schulen des Landes zum Einsatz kommen darf. Brockhaus bewirbt das Angebot damit, dass die Inhalte speziell für den Schulbetrieb aufbereitet wurden und richtet sich mit seinen Vermarktungs-Bemühungen direkt an Bildungsträger.
"Sowohl aus didaktischen als auch aus wirtschaftlichen Überlegungen wären die 2,6 Millionen Euro also wohl besser in Kurse zum Thema 'Richtig Recherchieren mit Wikipedia, YouTube & Co' als in Lizenzgebühren investiert gewesen", so das Resümee des Autors Leonhard Dobusch von Netzpolitik.org.
In Zeiten von Wikipedia und Co. zahlt NRW Millionen für eine Enzyklopädie
Die Fähigkeit, Wissen mit frei verfügbaren Online-Werkzeugen zu erlangen und zu überprüfen, würde wohl jeder als essentiell beschreiben. Das Bildungssystem tut sich immernoch aus verschiedensten Gründen sehr schwer, dieses Prinzip der Erziehung zu digitaler Mündigkeit in den Schulalltag zu integrieren. In NRW zeigt sich jetzt einmal mehr, dass auch die Entscheidungsträger dazu beitragen, dass ein am realen Alltag ausgerichteter Digital-Unterricht weiter ein Wunschtraum bleibt.Wie Netzpolitik.org berichtet, hat das Land NRW jüngst für 2,6 Millionen Euro Lizenzen für die kostenpflichtigen und proprietären Enzyklopädien von Brockhaus erworben, die zu diesem Preis drei Jahre an den Schulen des Landes zum Einsatz kommen darf. Brockhaus bewirbt das Angebot damit, dass die Inhalte speziell für den Schulbetrieb aufbereitet wurden und richtet sich mit seinen Vermarktungs-Bemühungen direkt an Bildungsträger.
Viele freie Alternativen
Nach Ansicht von Netzpolitik.org und vieler weiterer Kritiker beschreitet NRW mit der aktuellen Ankündigung in vielerlei Hinsicht den falschen Weg. Die Drei-Jahres-Lizenz führe unweigerlich dazu, dass das Land nach Ablauf in eine Drucksituation gerät. Die einmal erworbenen Kompetenzen der Lehrkräfte im Umgang mit der Enzyklopädien wird man nur ungern für verloren erklären. Darüber hinaus versperre das Land sowohl Lehrern als auch Schülern den Umgang mit freien Enzyklopädien, die unweigerlich im realen Alltag als Anlaufstelle für Recherchen genutzt werden."Sowohl aus didaktischen als auch aus wirtschaftlichen Überlegungen wären die 2,6 Millionen Euro also wohl besser in Kurse zum Thema 'Richtig Recherchieren mit Wikipedia, YouTube & Co' als in Lizenzgebühren investiert gewesen", so das Resümee des Autors Leonhard Dobusch von Netzpolitik.org.
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