Experte verrät, was wirklich hinter der Xiaomi-"Zensurliste" steckt

Xiaomi steht seit kurzem unter Bobachtung, denn eine Untersuchung litauischer Behörden macht dem Hersteller schwere Vorwürfe. Man ging sogar so weit, Nutzern zu empfehlen, ihr Handy sofort wegzuwerfen. Doch vermutlich handelt es sich dabei um einen groben Irrtum. Die Vorwürfe wiegen schwer und die Konsequenzen bzw. Empfehlungen des litauischen Verteidigungsministeriums sind drastisch. Denn, wie bereits berichtet, will die Cybersicherheitsbehörde des baltischen Landes auf Xiaomi-Smartphones eine Liste gefunden haben, die zur Zensur bestimmter Wörter und Themen eingesetzt werden könnte.

Allerdings hat sich XDA die Angelegenheit näher angesehen und die renommierte Android-Entwickler-Seite kommt zum Schluss, dass die Sache nicht ganz so ist wie es scheint bzw. die Experten aus Litauen hier etwas missverstanden haben dürften. Denn zwar gibt es, wie vom dortigen National Cyber Security Centre angegeben, eine "MiAdBlacklistConfig" genannte Liste, auf der diverse Begriffe mit "Titeln, Namen und anderen Informationen über verschiedene religiöse und politische Gruppen und soziale Bewegungen" zu finden sind, allerdings dürfte diese einen anderen Zweck haben.

Adam Conway von XDA hat sich ein Xiaomi Mi 11 Ultra mit der aktuellen Xiaomi.eu-ROM geschnappt und sich diese Betriebssystem-Version genauer angesehen. Dabei handelt es sich um eine Bloatware-freie Ausgabe für die EU, diese basiert aber auf der chinesischen MIUI-Version von Android. Conway fand die Liste auch (in der Mi Video-App) und kann zudem bestätigen, dass die Datei die Namen diverse religiöser und politischer Gruppen beinhaltet - doch in der Liste ist noch wesentlich mehr zu finden.


Vermutlich zum Filtern von "schmutziger" Werbung

"Bei der Analyse der Datei habe ich festgestellt, dass die überwiegende Mehrheit der Datensätze vielmehr mit Sex, Pornos und anderen Smartphone-Marken zu tun hat", schreibt Conway. Zwar werden tatsächlich auch Tibet, Hong Kong und religiöse Gruppen erwähnt, doch u. a. auch Begriffe wie "Mi", "Xiaomi Mi5" und "Mi Mobile Phone". Gerade letzteres ist merkwürdig, denn wieso sollte Xiaomi sich selbst "zensieren"?

Die Sicherheitsforscher aus Litauen stellten ursprünglich fest: "Es wird davon ausgegangen, dass diese Funktion es einem Xiaomi-Gerät ermöglicht, eine Analyse der in das Telefon eingehenden Multimedia-Inhalte durchzuführen und auf der Grundlage der vom Server erhaltenen MiAdBlacklist-Liste nach Schlüsselwörtern zu suchen. Sobald das Gerät feststellt, dass der Inhalt bestimmte Schlüsselwörter enthält, führt es eine Filterung dieses Inhalts durch, so dass der Benutzer ihn nicht sehen kann. [...] Es ist wichtig zu betonen, dass diese Funktion per Fernzugriff durch den Hersteller aktiviert wird."

Doch laut XDA geht es hier nicht um allgemeine Zensur, sondern das Ausspielen von Werbung. Damit habe der Hersteller in Vergangenheit "massive Probleme" gehabt, vor allem hat es immer wieder Beschwerden über vulgäre Anzeigen gegeben, diese hat man sogar bis heute nicht ganz im Griff.

XDAs Fazit: Die aktuelle Lösung bedeutet nicht, dass das Ganze nicht dennoch bzw. theoretisch für Zensur eingesetzt werden könnte - es gibt aber keinen Hinweis, dass das jetzt passiert. Auch andere Behauptungen aus Litauen können nicht bestätigt werden, darunter das angebliche Verschicken einer "verschlüsselten SMS-Nachricht an eine spezielle Rufnummer". Logo, Xiaomi, Xiaomi Mi Logo, Xiaomi, Xiaomi Mi
Mehr zum Thema: Android
Diese Nachricht empfehlen
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 07:30 Uhr A1 Mini PCA1 Mini PC
Original Amazon-Preis
149,90
Im Preisvergleich ab
?
Blitzangebot-Preis
127,41
Ersparnis zu Amazon 15% oder 22,49

Tipp einsenden

❤ WinFuture unterstützen

Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Affiliate-Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!