Stromnetz: Am Fast-Blackout waren Regenerative gar nicht Schuld
Anfang Januar drohten aufgrund einer Störung im europäischen Stromnetz großflächige Ausfälle der Energieversorgung. Quasi in letzter Minute konnte ein größerer Blackout verhindert werden. Die Ursache war allerdings anders als anfangs kolportiert.
Als der Vorfall des 8. Januar bekannt wurde, haben einschlägige Kreise sofort eine Kampagne gegen die Energiewende gestartet. Angeblich hätte die starke Konzentration auf erneuerbare Quellen das Problem verursacht. Die kargen Sonnenstunden der kurzen Wintertage und fehlender Wind - also das Schreckgespenst der Dunkelflaute - hätten dafür gesorgt, dass weite Teile Europas fast ohne Strom dagestanden hätten.
Diese Erklärung bleibt allerdings ein Mythos ohne reale Grundlage, wie sich nun zeigt. Laut der ENTSO-E, dem Dachverband der europäischen Stromnetzbetreiber, lag die Ursache an ganz anderer Stelle. Demnach kam es in Südosteuropa zu einer Verkettung unglücklicher Umstände: Mehrere Hochspannungsleitungen und Schaltzentren der Energienetze hätten hier Probleme bekommen. Das Epizentrum lag in einem Umspannwerk in Kroatien.
Die so ausgelösten Frequenzschwankungen erreichten einige Zeit später dann auch weiter entfernte Gegenden Europas, die hier nun wiederum erforderten, dass mehr Energie in die Netze gelenkt werden musste. In Frankreich und Italien wurden vertragsgemäß einige Großverbraucher in der Industrie abgeschaltet und zusätzliche Strommengen aus Großbritannien und Skandinavien eingespeist, während es auf dem Balkan eine Aufspaltung in zwei Infrastrukturen gab. Nur so ließ sich das komplexe System der Verbundnetze letztlich vor einem größeren Blackout bewahren.
Diese Erklärung bleibt allerdings ein Mythos ohne reale Grundlage, wie sich nun zeigt. Laut der ENTSO-E, dem Dachverband der europäischen Stromnetzbetreiber, lag die Ursache an ganz anderer Stelle. Demnach kam es in Südosteuropa zu einer Verkettung unglücklicher Umstände: Mehrere Hochspannungsleitungen und Schaltzentren der Energienetze hätten hier Probleme bekommen. Das Epizentrum lag in einem Umspannwerk in Kroatien.
Kaskade von Folgen
Nach Analyse des Problems, welche seitens der ENTSO-E nun vorliegt, gab es in der Region schlicht zu viel Strom und ein Schutzsystem sorgte für eine Abschaltung bestimmter Teilbereiche. Daraufhin reagierten andere Bereiche der Verbundnetze aber nicht schnell genug. Da sich die überschüssige Energie neue Wege suchte, schaukelten sich die Probleme in immer neue Teile der Netze auf und setzte sich zunehmend über weitere Regionen fort.Die so ausgelösten Frequenzschwankungen erreichten einige Zeit später dann auch weiter entfernte Gegenden Europas, die hier nun wiederum erforderten, dass mehr Energie in die Netze gelenkt werden musste. In Frankreich und Italien wurden vertragsgemäß einige Großverbraucher in der Industrie abgeschaltet und zusätzliche Strommengen aus Großbritannien und Skandinavien eingespeist, während es auf dem Balkan eine Aufspaltung in zwei Infrastrukturen gab. Nur so ließ sich das komplexe System der Verbundnetze letztlich vor einem größeren Blackout bewahren.
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Christian Kahle
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