Cyberpunk 2077: 2020-Release war ein "Witz", 2018-Demo ein Fake

Vor kurzem haben die Macher des Science-Fiction-Spiels Cyber­punk 2077 ein Video veröffentlicht, in dem sich CD Projekt Red-CEO Marcin Iwiński für den vermasselten Start des Spiels ent­schul­digt. Doch damit kehrt nicht etwa Ruhe ein. Im Ge­gen­teil: Es gibt neue Vorwürfe.
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Eigentlich wollte Marcin Iwiński, Co-Gründer und Chef des polnischen Entwicklers, mit dem "Mea Culpa"-Video einen Schlussstrich unter das Drama Cyberpunk 2077 ziehen. Er ent­schul­di­gte sich, gelobte Besserung und stellte den Fahrplan vor, wie man das Spiel fixen will. Vor allem wollte Iwiński damit den guten Ruf seines Studios wiederherstellen.

Doch am Wochenende veröffentlichte Bloomberg einen Bericht, der neues Licht auf den "Fall" Cyberpunk 2077 wirft und damit wird es für das Unternehmen aus Warschau noch schwerer, die Kratzer aus dem Lack zu bekommen. Denn Bloomberg hat mit mehr als 20 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern gesprochen und das Bild, das das Wirtschaftsportal hier zeichnet, ist alles andere als positiv.

2020-Release war völlig unrealistisch

So habe es im Zuge der Arbeit an Cyberpunk 2077 zahlreiche Spannungen zwischen dem Entwickler-Team und dem Management gegeben. Ein Entwickler beschriebt die Arbeit am Spiel als den Versuch, "einen Zug zu fahren, während vor dir gleichzeitig die Gleise verlegt werden".


Die Mitarbeiter selbst haben erwartet, dass das Spiel 2022 fertig sein wird, eine Ver­öf­fent­lichung in 2020 wurde für einen "Witz" gehalten. Mit massiven Überstunden wurde aber dennoch versucht, Cyberpunk 2077 noch fertigzustellen. "Ich habe einige Freunde, die ihre Familien wegen dieser Art von Blödsinn verloren haben", sagte etwa Adrian Jakubiak, ehemaliger Audio-Programmierer zu seinen 13-Stunden-Tagen.

Ein schiefes Licht auf CD Projekt Red werfen auch die Enthüllungen zur E3-Demo von 2018: Diese hat zwar alle Journalisten, die sie auf der Spielemesse zu sehen bekommen haben, schwer beeindruckt, sie war aber fast zur Gänze ein Fake. Bloomberg: "CD Projekt hatte die zugrundeliegenden Gameplay-Systeme noch nicht fertiggestellt und codiert, weshalb so viele Features, wie z. B. Autoüberfälle, im Endprodukt fehlten."

Adam Badowski, Studiochef von CD Projekt, hat sich mittlerweile via Twitter zu dem Bericht geäußert und meint, dass man die Demo nie als etwas anderes als "Work in Progress" bezeichnet habe und die im fertigen Spiel fehlenden Features am "kreativen Prozess" gelegen hätten. Badowski: "Unser fertiges Spiel sieht viel besser aus und spielt sich viel besser, als die Demo jemals war."
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