Flüssigluft-Akku: Stromspeicher für komplette Stadt entsteht in UK

In Großbritannien ist nach mehrjährigem Pilotbetrieb nun damit begonnen worden, einen enorm großen Energie-Speicher für das Stromnetz zu bauen. Der Flüssigluft-Akku wird nach der Fertigstellung eine komplette Stadt versorgen können.
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Das Speichersystem wird nach seiner Fertigstellung überschüssige Produktionsmengen aufnehmen, die Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien hervorbringen. Die Energie wird dann wieder abgegeben, wenn der Bedarf steigt, Solar- und Windkraft-Systeme aber nicht genug Strom bereitstellen können. Die Batterie ist somit ein wichtiger Bestandteil der Realisierung einer vollständigen Energiewende.

Es gibt bereits diverse Ansätze zur Speicherung der regenerativen Energien. Klassisch sind natürlich Pumpspeicher-Kraftwerke zu nennen, die allerdings nicht überall gebaut werden können. Aber auch andere Technologien werden überall erprobt und teils auch schon in kleinerem Maßstab eingesetzt. Das britische Unternehmen Highview Power errichtet nun die erste große Flüssiggas-Anlage, nachdem man ein gemeinsam mit der University of Leeds entwickeltes kleines Pilotsystem seit 2010 in Betrieb hatte und stetig verbesserte, wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtet.

Strom für eine Großstadt

Der Akku wird nach seiner Fertigstellung - laut Plan im Jahr 2022 - ganze 250 Megawattstunden speichern können. Das System wäre dann in der Lage, den Energiebedarf von 200.000 Haushalten für fünf Stunden komplett decken zu können. Das genügt, um einen Puffer im Netz zu haben, der eine ganze Region in Zeiten geringerer Produktionsmengen auf einem stabilen Niveau hält.

Bei dem Verfahren wird grob gesagt Luft einfach durch starke Abkühlung verflüssigt und kann dann in Drucktanks längere Zeit aufbewahrt werden. Bei Bedarf lässt man die Luft wieder gasförmig werden, wobei sie dann mit einer starken Vergrößerung ihres Volumens eine Turbine antreibt. Der ursprüngliche Wirkungsgrad der Pilotanlage lag vor zehn Jahren bei lediglich 15 Prozent. Über verschiedene Optimierungen, die Rückgewinnung der Verflüssigungs-Kälte und die Nutzung von Abwärme externer Anlagen ließ sich der Wert aber deutlich steigern. Wie gut die neue Anlage sein wird, ist derzeit noch unklar, theoretisch sind bis zu 70 Prozent möglich.

Die Flüssigluft-Batterie kann vergleichsweise günstig aus Bauteilen konstruiert werden, die in der Industrie allgegenwärtig sind. Seltene und teure Materialien werden nicht benötigt. "Luft gibt es überall auf der Welt. Der größte Konkurrent sind dadurch nicht etwa andere Speichertechnologien, sondern fossile Energieträger, weil es Leute gibt, die immer noch Kraftwerke bauen, in denen Gas und Kohle verbrannt werden, was grotesk ist", erklärte Highview-Chef Javier Cavada.

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