Kein 5G ohne Huawei in Deutschland? China droht mit Auto-Boykott

Die chinesische Regierung greift den Großkonzernen aus dem Reich der Mitte gerne mal mit der großen Keule unter die Arme. Weil in Deutsch­land der Ausschluss von Huawei beim 5G-Netzausbau debattiert wird, drohte der chinesische Botschafter mit drastischen Konsequenzen.
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Huawei / WinFuture.de
Während einer Veranstaltung des Handelsblatt erklärte Wu Ken, seines Zeichens Botschafter Chinas in Berlin, am Samstag mit massiven Sanktionen seiner Regierung, falls Huawei beim Aufbau der deutschen 5G-Mobilfunknetze kategorisch ausgeschlossen werden sollte. Er warnte, dass sich eine solche Entscheidung negativ auf den Erfolg der deutschen Autohersteller in China auswirken könnte.

Sollte Deutschland eine Entscheidung treffen, die zum Ausschluss von Huawei aus dem Deutschen Markt führe, werde dies Konsquenzen haben, so der Botschafter laut dem US-Wirtschaftsdienst Bloomberg. Die chinesische Regierung werde in einem solchen Fall nicht tatenlos bleiben.

Wu stellte noch einmal klar, dass Huawei keinerlei rechtliche Pflicht habe, Daten an die chinesische Regierung weiterzureichen. Entsprechende Vorwürfe gibt es schon seit Jahren, doch bisher wurden nie konkrete Beweise dafür vorgelegt. Huawei wird vor allem von der US-Regierung als Sicherheitsrisiko eingestuft, auch wenn nie nachgewiesen wurde, dass tatsächlich irgendeine Beteiligung des Unternehmens an chinesischen Spionageaktivitäten in westlichen Ländern besteht.

Der chinesische Botschafter deutete an, dass ein per Gesetz erfolgender Ausschluss von Huawei bei deutschen Netzbetreibern negative Auswirkungen auf die Möglichkeiten zum Vertrieb von Fahrzeugen durch die deutschen Autohersteller in China haben könnte. Er erinnerte das Publikum daran, dass VW, Audi, BMW und Daimler für rund ein Viertel der jährlichen Autoverkäufe in China verantwortlich sind.

Es sei purer Protektionismus, wenn die chinesische Regierung eines Tages behaupten würde, die deutschen Autos seien nicht mehr sicher, weil man selbst eigene Autos bauen könne, so der Botschafter in einem Handelsblatt-Video.
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