Sensible medizinische Daten vieler Patienten offen im Netz zugänglich
Die Digitalisierung des Gesundheitswesens bringt verschiedene Vorteile mit sich, führt aber eben auch zu einem enormen Datenaufkommen, das letztlich kaum zu kontrollieren ist. Das zeigt nun ein Fall, bei dem umfassende Informationen frei zugänglich waren.
Daten von Millionen Patienten waren völlig ungeschützt auf öffentlich aus dem Internet zugänglichen Servern zu finden. Und hier ging es nicht um Adressen und Telefonnummern, sondern um medizinische Aufzeichnungen: Unter anderem Brustkrebs-Screenings, Wirbelsäulenbilder, Röntgenaufnahmen. Das berichtete der Bayerische Rundfunk, dessen Redakteure den Fund gemeinsam mit dem US-Rechercheportal ProPublica aufgearbeitet haben.
Insgesamt fanden sich in der Sammlung Datensätze zu Millionen Patienten aus rund 50 Ländern. Rund 13.000 Betroffene kommen dabei aus Deutschland. Auch hier seien in vielen Datensätzen Bilder zu finden gewesen, auf denen sich quasi jeder Internet-Nutzer das Innenleben beliebiger Personen hätte anschauen können. Inzwischen soll der Zugang zu den Daten weitgehend blockiert worden sein.
Die mit den Recherchen befassten Journalisten beim BR haben sowohl das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als auch den Bundesbeauftragten für Datenschutz, Ulrich Kelber eingeschaltet. Das BSI übernahm es dann, mit den Betreibern der Server in diversen Ländern Kontakt aufzunehmen. Hierzulande sind auch die jeweils zuständigen Landesämter für Datenschutz mit konkreten Maßnahmen zur Stelle.
Siehe auch: Kaspersky: Datenleck gefährdet über Jahre die Privatsphäre der Nutzer
Insgesamt fanden sich in der Sammlung Datensätze zu Millionen Patienten aus rund 50 Ländern. Rund 13.000 Betroffene kommen dabei aus Deutschland. Auch hier seien in vielen Datensätzen Bilder zu finden gewesen, auf denen sich quasi jeder Internet-Nutzer das Innenleben beliebiger Personen hätte anschauen können. Inzwischen soll der Zugang zu den Daten weitgehend blockiert worden sein.
Diverse Behörden sind alarmiert
Hintergrund dessen ist offenbar die Arbeitsweise moderner Bildgebungs-Systeme. Beim Röntgen oder beim MRT werden die aufgezeichneten Bilder von den Maschinen direkt auf einen zugehörigen Server geschoben, wo sie dann für die weitergehende Auswertung zur Verfügung stehen. Diese Rechner verfügten aber schlicht nicht über einen Zugangsschutz von Außen. Angesichts dessen, dass tausende solcher Systeme frei im Netz hingen, dürfte das Problem an den Standardeinstellungen des Herstellers liegen, die vor Ort dann auch nie geändert wurden.Die mit den Recherchen befassten Journalisten beim BR haben sowohl das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als auch den Bundesbeauftragten für Datenschutz, Ulrich Kelber eingeschaltet. Das BSI übernahm es dann, mit den Betreibern der Server in diversen Ländern Kontakt aufzunehmen. Hierzulande sind auch die jeweils zuständigen Landesämter für Datenschutz mit konkreten Maßnahmen zur Stelle.
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Christian Kahle
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