HIV: Fünfter Patient weltweit wurde nun offiziell als geheilt eingestuft

Das humane Immundefizienz-Virus, besser als HIV bekannt, hat dank medizinischer Fortschritte vielerorts schon seit einer Weile den ganz großen Schrecken verloren. Heilbar ist HIV aber bisher nicht. Oder besser gesagt: in ganz wenigen Fällen. Nun gelang das zum fünften Mal.
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HIV und die daraus resultierende Krankheit AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) sind seit den frühen 1980ern bekannt bzw. eingetragen. Im reichen Westen bedeutet eine Infektion nicht mehr ein Todesurteil, ein tödlicher Verlauf kann durch sogenannte antiretrovirale Therapie in den meisten Fällen lebenslang verhindert werden - in armen Ländern haben HIV und AIDS aber nach wie vor häufig fatale Folgen.

Eine Heilung ist lange Zeit nicht möglich gewesen, doch nach über 40 Jahren gelingen der Wissenschaft auch hier Fortschritte. Allerdings sollte man vorausschicken, dass HIV-Heilungen bisher Einzel- und vor allem auch gefährliche Extremfälle darstellen.

Das trifft auch auf den fünften Patienten zu, der nun als "HIV-geheilt" gilt bzw. wo das bestätigt werden kann (via ABC News). Der anonyme "Düsseldorfer Patient" ist ein 53-jähriger Deutscher, dessen erfolgreiche Therapie bereits 2019 auf einer Konferenz bekannt gegeben wurde. Damals sprachen die beteiligten Wissenschaftler aber noch nicht von einer Heilung, das ist erst jetzt offiziell erfolgt. Infografik: Nur 58 Prozent der HIV-Infizierten in Europa werden therapiertNur 58 Prozent der HIV-Infizierten in Europa werden therapiert

Mit Stammzellen-Transplantation gegen HIV

Im Zuge einer Veröffentlichung in Nature Medicine sagte der daran beteiligte Björn-Erik Ole Jensen: "Es ist wirklich eine Heilung, und nicht nur eine langfristige Remission." Der Mediziner warnt aber gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen: "Dieses offensichtlich positive Symbol macht Hoffnung, aber es gibt noch viel zu tun."

Der Grund für diese Vorsicht ist, dass man hier von einer Heilung unter extremen Umständen sprechen kann und muss. Denn als Heilmethode kommt eine Stammzellen-Transplantation zum Einsatz, das ist eine hochriskante Prozedur, die aus der Krebsbehandlung stammt. Grund für dieses Risiko ist, dass hier im Wesentlichen das gesamte Immunsystem ausgetauscht wird.

Stammzellen-Transplantationen kamen in allen bisherigen Fällen zum Einsatz, erstmals erfolgte das im Jahr 2009 mit dem "Berliner Patienten". Es folgten ähnliche Erfolge in London, New York und der kalifornischen Klinik The City of Hope.

Bei dem Verfahren kommt eine genetische Mutation zum Einsatz, die nur bei etwa einem Prozent der Weltbevölkerung auftritt und sie immun gegen HIV macht. Die HIV-resistente Mutation schaltet ein Protein namens CCR5 aus, dieses verwendet das Virus normalerweise, um in Zellen einzudringen.

Zusammenfassung
  • HIV und AIDS sind bekannt seit den 1980er-Jahren
  • Heilung war bisher nur in wenigen Einzelfällen möglich
  • Fünfter Fall eines geheilten HIV-Patienten: 53-jähriger Deutscher
  • Heilung durch Stammzellen-Transplantation, hochriskante Prozedur
  • Transplantation HIV-resistenter Mutation
  • Mediziner warnt vor zu hohen Erwartungen
  • Vier vorherige Fälle in Berlin, London, New York und Kalifornien
  • Medizinische Fortschritte verringern Risiko, Heilung noch nicht allgemein möglich

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