Trump-Administration wollte, dass Microsoft für die Regierung spioniert

Microsoft-Präsident und Chefjurist Brad Smith hat ein Buch veröffentlicht und darin ist so manches interessante Detail zum Redmonder Un­ter­neh­men zu finden. Eine Passage beschreibt, dass ein Trump-Berater nicht glau­ben wollte, dass Microsoft nicht für die Regierung spionieren will. Das neue Buch "Tools and Weapons: The Promise and the Peril of the Digital Age" von Brad Smith wurde dieser Tage in den USA veröffentlicht und man kann schon jetzt sagen, dass es wesentlich pikantere und spannendere Details zu bieten hat als das zwar interessante, aber eher brave Buch von Microsoft-CEO Satya Nadella.
Brad SmithBrad Smith
Smith hat nicht nur Kurioses zu erzählen wie die angedrohte Klage von Popstar Taylor Swift, sondern auch Brisantes, das kein allzu gutes Licht auf die aktuelle US-Regierung wirft. Smith erzählt nämlich, dass er von einem namentlich nicht genannten Berater von US-Präsident Donald Trump gefragt wurde, warum man denn nicht "als amerikanisches Unternehmen" bereit sei, der US-Regierung zu helfen, Menschen in anderen Ländern auszuspionieren.

Spionieren Trump-Hotels ihre Gäste aus?

Smith teilte diesen laut GeekWire mit, dass das nicht zur Diskussion stehe. Die Antwort des Chief Legal Officer von Microsoft: "Ich habe darauf hingewiesen, dass die Trump Hotels gerade ein neues Hotel im Nahen Osten sowie eines in der Pennsylvania Avenue in Washington, D.C eröffnet haben und fragte ihn: 'Werden diese Hotels Gäste aus anderen Ländern während ihres Besuchs dort ausspionieren? Es scheint nicht, als wäre das gut für das Familiengeschäft.'"

Der Redmonder Chefjurist greift allerdings nicht ausschließlich die Trump-Regierung an, er verweist auch auf den Umstand, dass es unter Barack Obama nicht viel anders war. Denn bereits damals wollte die Regierung Microsoft zu einer derartigen Zusammenarbeit bewegen.

In seinem Buch beschreibt er zahlreiche komplexe rechtliche und ethische Herausforderungen, mit denen es Unternehmen wie Microsoft zu tun bekommen und stellt sich u. a. die Frage: "Wie können Regierungen Technologien regulieren, die größer sind als sie selbst?"
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