Trotz Kritik: Google schmeißt https & www aus Chrome-Adressleiste

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Sind URL-Bestandteile wie https & www für die meisten Nutzer irrele­vant? Geht es nach dem Chrome-Entwicklungsteam bei Google lässt sich diese Frage klar mit Ja beantworten. Nachdem man die Anzeige der Komponenten schon letztes Jahr aus der Adressleiste streichen wollte, aber nach Kritik einen Rückzieher gemacht hatte, folgt jetzt der zweite Anlauf.
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Aktuell ist es bei einem Blick in die Adressleiste des Browsers für die meisten Nutzer ganz normal, dabei auch URL-Bausteine wie https & www vorzufinden. Mit der Veröffentlichung von Chrome Version 76 will Google mit dieser traditionellen Art der Anzeige von Web-Adressen aber endgültig brechen. So schreibt die zuständige Produktmanagerin Emily Schechter laut Golem in einem ausführlichen Beitrag im Bug-Report-Forum: "Wir planen das "https"-Schema und die "Special Case Subdomain ‘www'" in der Omnibox von Chrome 76 für Desktop und Android zu verstecken."

Dabei liefert Schechter eine relativ kurze Begründung, warum man sich zu dieser Änderung entschieden habe: "Das Chrome-Team schätzt Einfachheit, Nutzbarkeit und Sicherheit der Benutzeroberfläche." Deshalb habe man beschlossen, URL-Komponenten nicht mehr anzuzeigen, "die für die meisten Nutzer irrelevant sind". Dies mache das Lesen und Verstehen von URLs einfacher und entferne "Ablenkungen bei den registrierbaren Domains", so das Entwicklerteam.

Gegen lauten Widerstand

Eigentlich hatte Google die jetzt angekündigten Änderungen schon im September ausgerollt, nach sehr lauter Nutzer-Kritik aber vorerst wieder zurückgezogen. Schon damals hatte das Entwicklerteam aber die Absicht bekundet, die Anpassung zu einem späteren Zeitpunkt wieder vornehmen zu wollen. Nachdem für "mehrere Monate" jetzt in Canary, Dev und Beta Channels getestet wurde, steht jetzt die "Neuauslieferung der angepassten Version" an. "Wir sind zuversichtlich, dass sie jetzt auch im Stable-Channel aktiviert werden kann", so das Team. Die Änderungen werden wohl in den nächsten Tagen aktiv.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit anderen Browser-Entwicklern hat Google auch für eine Standardisierung des angepassten Anzeigeverhaltens im Rahmen der sogenannten WHATWG-Spezifikation gesorgt. Wie Golem schreibt, ist die Umsetzung nicht Pflicht, es ist aber durchaus denkbar, dass auch andere Browser-Entwickler sich hier ein Beispiel an Chrome nehmen. "Powerusern" empfiehlt Google die Nutzung der Chrome-Erweiterung "Suspicious Site Reporter", die eine Anzeige "der vollen URL" ermöglicht.

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