5,4 Mio. Dollar für NFT mit WWW-Code, der so gar nicht funktioniert

In einer Auktion von Sothebys hat ein anonymer Käufer Millionen US-Dollar für ein Non-Fungible Token (NFT) mit Quellcode des World Wide Web bezahlt. Jetzt stellt sich heraus: Teile des Codes würden wegen eines kuriosen Fehlers so nicht funktionieren.
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Die www-Quelle, die Sotheby versteigert, kommt mit einem Patzer

Wichtige Kerncodes und Protokolle des World Wide Web stammen bekanntlich aus der Feder von Tim Berners-Lee. Am Mittwoch hat der WWW-Vater jetzt eine NFT mit der Kopie des Quellcodes, den er selbst verfasst hatte, bei Sothebys versteigert. Das Ergebnis: ein anonymer Käufer war bereit, 5,4 Millionen US-Dollar für das digitale Stück Internetgeschichte zu bezahlen.

Der genaue Inhalt des WWW-NFT laut TheNextWeb:
  • Das Originalarchiv mit datierten und mit Zeitstempel versehenen Dateien, die den Quellcode enthalten
  • Eine Scalable Vector Graphics (SVG)-Darstellung des gesamten Codes
  • Ein Brief von Tim Berners-Lee, in dem er über den Code und seinen Entstehungsprozess reflektiert
  • Eine animierte Visualisierung des Codes beim Schreiben

Ein genauer Blick auf den letzten Teil des neuen Sammlerstücks sorgt jetzt aber für amüsierte Aufregung im Netz. Wie der Sicherheitsforscher Mikko Hypponen anmerkt, kann der Code in der Form, wie er in der animierte Visualisierung dargestellt wird, auf jeden Fall nicht als Basis für das WWW gedient haben. "Moment mal...die www-Quelle, die Sotheby versteigert? Die spitzen Klammern sind falsch! Sie wurden - ja - HTML-kodiert", so Hypponen in einem Tweet.

"Die NFT besteht aus mehreren Komponenten, und der Code scheint überall sonst in Ordnung zu sein, aber das Video scheint alle Sonderzeichen verschlüsselt zu haben", erklärte Hypponen gegenüber TheNextWeb. "Ein solcher Code würde nicht funktionieren und könnte nicht kompiliert werden."

Vielleicht noch mehr wert

Natürlich geht es dem neuen Besitzer des NFTs nicht darum, den erworbenen Code wirklich zum Einsatz zu bringen, vielmehr liegt der Wert hier in der Einzigartigkeit des Gesamtpakets. Und genau diese Tatsache könnte den kleinen Fehler letztendlich zum Glücksfall für den Sammler machen: "Aber doppelt Moment mal...bei diesen NFT-Dingern geht es darum, ein Stück Internet-Geschichte zu besitzen. Könnte dieses "Artefakt" jetzt also tatsächlich noch MEHR wert sein, weil der Patzer passiert ist?", so Hypponen.
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