Raumfahrt-Ärger: Wissenschaft wütend über Glitzer-Skulptur im All
Schon Mitte November soll unter dem Namen "Orbital Reflector" ein Satellit in die Erdumlaufbahn geschickt werden, der als "Skulptur im All" gedacht ist, die man von der Erde mit bloßem Auge sehen kann. Wissenschaftler rund um den Globus kritisieren das Vorhaben scharf.
Der Orbital Refelctor...
...vom US-Künstler Trevor Paglen
Die Idee zum spiegelnden und schillernden Skulptur-Satelliten stammt von dem Künstler Trevor Paglen, der das Konzept zusammen mit dem Nevada Museum of Art entwickelt hat. Im November will man den "Orbital Reflector" an Bord einer Falcon-9-Rakete von SpaceX 580 Kilometer über der Erdoberfläche aussetzen. Dort soll sich dann ein rund 30 Meter langer, diamantförmiger Ballon öffnen, dessen Oberfläche das Sonnenlicht auf die Erde reflektiert. Nach einigen Wochen tritt die "Skulptur" dann in die Atmosphäre ein und verglüht.
Aktuell wartet der "Orbital Reflector" noch auf die Freigabe durch die US-Behörde FCC, deren Entscheidung könnte als Präzedenzfall für den zukünftigen Umgang mit solchen Projekten herangezogen werden. Die NASA-Mitarbeiterin Lisa Ruth Rand ist sich im Gespräch mit Atlantic sicher, dass dieses Thema noch für einige Diskussionen sorgen wird. Nach ihrer Meinung gilt auf der Erde wie im All: "Was für den einen Graffiti ist, ist für den anderen Street Art."
Der große Plan: Da funkelt was Neues am Nachthimmel
Schon heute wird es um unseren Planeten in verschiedenen Umlaufbahnen ziemlich eng und der Trend zu immer mehr Weltraumbegleitern steigt in den letzten Jahren rasant. Laut UN wird die Erde aktuell von 1800 Satelliten umkreist, alleine im Jahr 2017 wurde die Anmeldung von 550 neuen Objekten vorgenommen. Während eine Vielzahl der Satelliten wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Interessen dient, soll sich dazu ab November der "Orbital Reflector" gesellen, dessen offizielle Aufgabe schnell beschrieben ist: Am Nachthimmel funkeln.
Der Orbital Refelctor...
...vom US-Künstler Trevor Paglen
Die Idee zum spiegelnden und schillernden Skulptur-Satelliten stammt von dem Künstler Trevor Paglen, der das Konzept zusammen mit dem Nevada Museum of Art entwickelt hat. Im November will man den "Orbital Reflector" an Bord einer Falcon-9-Rakete von SpaceX 580 Kilometer über der Erdoberfläche aussetzen. Dort soll sich dann ein rund 30 Meter langer, diamantförmiger Ballon öffnen, dessen Oberfläche das Sonnenlicht auf die Erde reflektiert. Nach einigen Wochen tritt die "Skulptur" dann in die Atmosphäre ein und verglüht.
Die Wissenschaft findet es nicht gut
Während Paglen natürlich auf funkelnde Augen von Betrachtern hofft, ist die Sicht vieler Wissenschaftler auf das Projekt klar: "Dieses Projekt steuert nichts bei, was wir nicht schon haben", schrieb Wissenschaftler Mark McCaughrean von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) bei Twitter. "Viele Menschen würden einen Hauch mehr Ehrfurcht vor der natürlichen Welt schätzen, statt noch ein weiteres künstliches Objekt hinzuzufügen", sagt Caleb Scharf, Direktor des Columbia Astrobiology Center in New York dem Magazin Atlantic. Der Nachthimmel müsse wie ein "bedrohtes Tier, das sich am besten im Naturzustand betrachten lässt" behandelt werden.Aktuell wartet der "Orbital Reflector" noch auf die Freigabe durch die US-Behörde FCC, deren Entscheidung könnte als Präzedenzfall für den zukünftigen Umgang mit solchen Projekten herangezogen werden. Die NASA-Mitarbeiterin Lisa Ruth Rand ist sich im Gespräch mit Atlantic sicher, dass dieses Thema noch für einige Diskussionen sorgen wird. Nach ihrer Meinung gilt auf der Erde wie im All: "Was für den einen Graffiti ist, ist für den anderen Street Art."
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