NASA-Rover Curiosity: Mars-Waben im Valle Grande verblüffen Forscher

Präzise Winkel, scharfe Kanten und weitläufige Rissnetze: Der Rover Curiosity hat auf dem Mars ein gigantisches Feld voller Waben­strukturen entdeckt. Die NASA sucht in den Gesteinsfüllungen nun nach Spuren von längst vergangenen Wasserkreisläufen.
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Neue Wabenstrukturen im Valle Grande

Im sogenannten Valle Grande ist der Rover Curiosity am 19. und 20. Juni 2026 auf eine auffällige geologische Formation gestoßen. Ein Muster aus präzisen, vier bis acht Zentimeter großen Polygonen erstreckt sich dort über den sichtbaren Boden. Derartige bienenhonigartige Wabenstrukturen waren dem Fahrzeug bereits zuvor begegnet, aber noch nie auf einer so großen Fläche.

Das Feld umschließt die Flanken eines nahe gelegenen, sechs Meter hohen Tafelbergs namens Miraflores. Curiosity durchquert seit August 2012 den Gale-Krater und erklimmt seit 2014 die Hänge des Mount Sharp. Die Rissnetze bilden bevorzugt Winkel von 120 Grad, weil diese Geometrie bei ihrer Entstehung die geringste Energie benötigt.


Wie die NASA mitteilte, analysiert das Team derzeit die chemische Zusammensetzung der Rissfüllungen. Solche polygonalen Brüche speichern Informationen über die Entwicklung eines Sediments. Auf der Erde entstehen vergleichbare Muster, wenn Schlamm austrocknet und schrumpft.

Auch ein ständiger Wechsel zwischen Frost und Tauwetter oder der Druck überlagernder Gesteinsschichten könnte das Phänomen ausgelöst haben. Der von der US-Raumfahrtbehörde entwickelte Rover wiegt knapp 900 Kilogramm und ist mit mehreren wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet.

Seine Energie bezieht er aus einem Radioisotopengenerator, der den Zerfall von Plutonium nutzt. Das ermöglicht einen Betrieb unabhängig von der Sonneneinstrahlung auf der Marsoberfläche. Ursprünglich war die Mission nur für knapp zwei Jahre geplant, wurde jedoch mehrfach verlängert.

Spurensuche im Mars-Gestein

Für die Astrobiologie ist der genaue Entstehungsprozess der Risse eine zentrale Information. Trockenrisse deuten auf einen stetigen Rhythmus aus Überflutung und Verdunstung hin. Ein solcher Wechsel konzentriert gelöste Moleküle und unterstützt physikalisch die Formung komplexer Verbindungen. Kontraktionsrisse durch Kälte weisen hingegen auf einen ausgetrockneten, gefrorenen Untergrund hin, der andere chemische Voraussetzungen bietet.
Mars WabenstrukturDer NASA-Rover Curiosity entdeckte... Mars Wabenstruktur... ein Feld mit Mars-Polygonen.

Elementare Lebens-Bausteine

Das Instrumentarium an Bord misst derzeit Form, Tiefe und Kantenlängen der Polygone. Enthalten die Füllungen Sulfate oder Chloride, deutet das auf zurückgebliebene Salzlösungen hin. Scharfe Kanten ohne zusätzliche Mineralien weisen vor allem auf thermische Ursachen hin. Curiosity hat im Gale-Krater bereits kohlenstoffbasierte Moleküle gemessen, die in der Forschung als elementare Bausteine gelten.

CuriosityCuriosityCuriosityCuriosity

Geschichte des Mars-Rovers Curiosity

  • 2011
    1. November 2011
    Start der Sonde Mars Science Laboratory mit dem Rover Curiosity von Cape Canaveral.
  • 2012
    August 2012
    Landung des Rovers Curiosity im Gale-Krater auf dem Mars.
  • 2013
    Februar 2013
    Curiosity bohrt erstmals einen Mars-Felsen ("John Klein") an und analysiert das Gestein im Bordlabor.
  • 2025
    März 2025
    Veröffentlichung von Ergebnissen zu den bislang größten auf dem Mars gefundenen organischen Molekülen (unter anderem Decan, Undecan, Dodecan) in Curiosity-Proben.

Die Datenübertragung vom Mars zur Erde dauert je nach Planetenkonstellation bis zu 22 Minuten. Entwickler und Ingenieure am Jet Propulsion Laboratory müssen die Aktionen des Rovers daher exakt im Voraus planen. Autonome Navigationssysteme helfen dem Fahrzeug dabei, kleinere Hindernisse auf dem Weg zum Mount Sharp selbstständig zu umfahren und so Zeit bei der Positionierung der Sensoren zu sparen.

Ob vorhandene organische Moleküle durch frühe biologische oder rein geologische Prozesse entstanden sind, lässt sich mit den aktuellen Sensoren nicht abschließend klären. Beide Wege gelten als physikalisch möglich. Die detaillierte Vermessung der Wabenstrukturen im Valle Grande liefert nun neue Parameter, um die Klimahistorie des Planeten genauer zu berechnen.

Wie bewertet ihr die neuen Aufnahmen vom Mars? Teilt eure Gedanken zu den Wabenstrukturen unten in den Kommentaren mit uns. Wir freuen uns auf eine sachliche Diskussion!

Was hat Curiosity genau entdeckt?
Der NASA-Rover Curiosity hat auf dem Mars ein riesiges Feld aus wabenförmigen Strukturen fotografiert. Diese sogenannten polygonalen Brüche haben einen Durchmesser von vier bis acht Zentimetern und erinnern optisch stark an Bienenwaben.

Aufgenommen wurde das 360-Grad-Panorama am 19. und 20. Juni 2026. Zwar hat die Mission solche geometrischen Formen schon früher gesichtet, jedoch noch nie in einem derart gewaltigen Ausmaß, das in alle Richtungen bis zum Horizont reicht.
Wie entstanden die Mars-Waben?
Die genaue Ursache ist noch ungeklärt, weshalb die Forschung derzeit verschiedene Theorien prüft. Es heißt, dass es sich um ausgetrocknete Schlammrisse handeln könnte, die durch den stetigen Wechsel von Nässe und Trockenheit entstanden seien.

Alternativ wird vermutet, dass extreme Temperaturwechsel zwischen warm und kalt oder der Druck darüberliegender Gesteinsschichten die Risse geformt haben könnten. Auf der Erde entstehen ähnliche Muster beispielsweise großflächig in Permafrostgebieten.
Sind das Spuren von Leben auf dem Mars?
Direktes Leben wurde nicht gefunden, aber die Strukturen sind ein wichtiges Puzzleteil für die Astrobiologie. Sollten es tatsächlich Trockenrisse sein, würde dies auf einen Rhythmus aus Überflutung und Verdunstung in der Mars-Vergangenheit hindeuten.

Ein solcher Zyklus gilt als ideal für die Entstehung von Leben, da sich Moleküle beim Eintrocknen verbinden können. Curiosity hat bereits organische Moleküle entdeckt, die angeblich Vorstufen von RNA und DNA sein könnten.
Handelt es sich um künstliche Bauten?
Aufgrund der perfekten geometrischen Form, die oft Winkel von exakt 120 Grad aufweist, tauchen im Netz schnell Gerüchte über außerirdische Architekten auf. Es wird teils spekuliert, dass es sich um künstliche Ruinen handele.

Das ist jedoch ausgeschlossen. In der Natur bilden sich 120-Grad-Winkel bei Rissen in Sedimenten ganz automatisch, da diese Geometrie physikalisch die geringste Energie benötigt. Es handelt sich um einen rein geologischen Prozess.
Gab es ähnliche Funde in der Mission?
Seit seiner Landung im August 2012 hat Curiosity viele geologische Besonderheiten entdeckt, darunter Schwefelkristalle und glänzende Meteoriten. Auch kleinere Felder dieser polygonalen Brüche wurden bereits in der Vergangenheit dokumentiert.

Kürzlich entdeckte zudem eine ESA-Raumsonde im Kaiser-Krater Strukturen, die wie metallisch schimmernde Wellen aussehen. Es heißt zudem in einer Studie, dass der Mars einst sogar einen großen, lebensfreundlichen Ozean besessen haben soll.
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