Voyager 2: NASA-Ingenieure retten wichtige Instrumente im All
Die Raumsonde Voyager 2 kämpft im interstellaren Raum mit schwindenden Energiereserven. Durch ein riskantes Manöver beim Energiemanagement hat man nun wertvolle Zeit gewonnen, um den Betrieb der Instrumente um ein weiteres Jahr zu sichern.
Dadurch bleiben die drei verbleibenden wissenschaftlichen Instrumente voraussichtlich noch mindestens ein weiteres Jahr in Betrieb. Ohne den Eingriff hätte noch vor Ende 2026 ein weiterer Sensor abgeschaltet werden müssen, da die verfügbare elektrische Leistung im interstellaren Raum weiter abnimmt. Die Umsetzung erforderte präzise Planung, weil Signale für die einfache Strecke zur rund 21,5 Milliarden Kilometer entfernten Sonde etwa 20 Stunden benötigen.
Die 1977 gestartete Sonde flog als einziges menschengemachtes Objekt an den Eisriesen Uranus und Neptun vorbei. An Bord befindet sich auch die Golden Record, eine kupferne Datenplatte mit Geräuschen und Bildern der Erde. Ursprünglich war die Mission für fünf Jahre ausgelegt, um die äußeren Planeten des Sonnensystems zu erforschen.
Das Abschalten von Systemen birgt in dieser Umgebung große Risiken. Die Elektronik und die Treibstoffleitungen müssen in der Kälte des tiefen Weltraums warmgehalten werden. Die Temperaturen liegen dort nahe dem absoluten Nullpunkt. Deshalb erfolgte der Wechsel der Heizsysteme streng simultan. Ein schrittweises Abschalten hätte zu einem irreversiblen Erfrieren wichtiger Bauteile führen können.
Dank der eingesparten Energie sammeln das Magnetometer, das Plasmawellensystem und der Detektor für kosmische Strahlung weiterhin Daten. Sie analysieren die Umgebung außerhalb der Heliosphäre, der schützenden magnetischen Blase der Sonne. Für das Messnetzwerk ist derzeit keine Nachfolgemission geplant.
Glaubt ihr, dass die Voyager-Sonden ihr 50-jähriges Jubiläum voll funktionsfähig im All erleben werden? Teilt eure Einschätzungen und Gedanken zu der Mission gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
Riskanter Eingriff im All
Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory haben Anfang August einen heiklen Eingriff ins Energiemanagement der Raumsonde Voyager 2 abgeschlossen. Bei dem intern als Big Bang bezeichneten Manöver tauschten sie mehrere stromhungrige Geräte gegen sparsamere Alternativen aus.Dadurch bleiben die drei verbleibenden wissenschaftlichen Instrumente voraussichtlich noch mindestens ein weiteres Jahr in Betrieb. Ohne den Eingriff hätte noch vor Ende 2026 ein weiterer Sensor abgeschaltet werden müssen, da die verfügbare elektrische Leistung im interstellaren Raum weiter abnimmt. Die Umsetzung erforderte präzise Planung, weil Signale für die einfache Strecke zur rund 21,5 Milliarden Kilometer entfernten Sonde etwa 20 Stunden benötigen.
Schwindende Energiereserven
Wie die NASA in einem Blogbeitrag berichtet, beziehen die Sonden ihre Energie aus sogenannten Radioisotopengeneratoren, kurz RTG. Diese wandeln die Zerfallswärme von Plutonium-238 in Strom um. Da das Material stetig zerfällt, verliert Voyager 2 jährlich etwa vier Watt an Leistung. Nach fast 50 Jahren im All sind die Reserven knapp.Die 1977 gestartete Sonde flog als einziges menschengemachtes Objekt an den Eisriesen Uranus und Neptun vorbei. An Bord befindet sich auch die Golden Record, eine kupferne Datenplatte mit Geräuschen und Bildern der Erde. Ursprünglich war die Mission für fünf Jahre ausgelegt, um die äußeren Planeten des Sonnensystems zu erforschen.
Das Abschalten von Systemen birgt in dieser Umgebung große Risiken. Die Elektronik und die Treibstoffleitungen müssen in der Kälte des tiefen Weltraums warmgehalten werden. Die Temperaturen liegen dort nahe dem absoluten Nullpunkt. Deshalb erfolgte der Wechsel der Heizsysteme streng simultan. Ein schrittweises Abschalten hätte zu einem irreversiblen Erfrieren wichtiger Bauteile führen können.
Timeline der Voyager-Mission
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1977
20. August / 5. SeptemberStarts von Voyager 2 und Voyager 1 im Abstand von 16 Tagen. Primäres Ziel: Untersuchung der äußeren Planeten des Sonnensystems.
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1979
Voyager 1 fliegt an Jupiter vorbei und liefert erste Nahaufnahmen seiner Sturmsysteme und Monde (u. a. Vulkanausbrüche auf Io). Voyager 2 folgt vier Monate später.
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1980
Voyager 1 passiert Saturn und enthüllt Details der Ringe und des Titans. Voyager 2 nutzt Saturns Gravitation, um Kurs auf Uranus und Neptun zu nehmen.
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1986
Voyager 2 erreicht als erste Sonde Uranus und entdeckt neue Ringe und Monde.
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1989
Voyager 2 erreicht Neptun und liefert erste Nahaufnahmen des blauen Gasriesen.
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1990
14. FebruarVoyager 1 nimmt das ikonische "Pale Blue Dot"-Foto der Erde aus 6 Mrd. km Entfernung auf. Kameras werden danach deaktiviert, um Energie zu sparen.
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2012
Voyager 1 durchquert als erstes Objekt die Heliopause und tritt in den interstellaren Raum ein.
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2018
Voyager 2 folgt in den interstellaren Raum und bestätigt die Daten von Voyager 1.
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2023
Voyager 2 verliert kurzzeitig Kontakt zur Erde, wird aber repariert.
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2024
Abschaltung weiterer Instrumente (u. a. Cosmic Ray Subsystem) zur Energieersparnis.
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2025
Geplante Deaktivierung der Partikel-Detektoren auf beiden Sonden.
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2026
Nur Magnetometer und Plasmawelleninstrumente bleiben aktiv.
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2030
Voraussichtliches Missionsende, wenn die Radioisotopengeneratoren nicht mehr genug Strom für Systeme liefern.
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40.000
~40.000 n. Chr.Voyager 1 passiert den Stern Gliese 445 in 1,6 Lichtjahren Entfernung - sofern keine Objekte die Sonde zerstören.
Dank der eingesparten Energie sammeln das Magnetometer, das Plasmawellensystem und der Detektor für kosmische Strahlung weiterhin Daten. Sie analysieren die Umgebung außerhalb der Heliosphäre, der schützenden magnetischen Blase der Sonne. Für das Messnetzwerk ist derzeit keine Nachfolgemission geplant.
Voyager 1 folgt in Kürze
Das Team plant, das gleiche Verfahren in den kommenden Monaten bei der noch weiter entfernten Zwillingssonde Voyager 1 anzuwenden. Diese operiert derzeit nur noch mit zwei aktiven Instrumenten. Im Jahr 2027 feiern beide Raumsonden ihr 50-jähriges Jubiläum.Glaubt ihr, dass die Voyager-Sonden ihr 50-jähriges Jubiläum voll funktionsfähig im All erleben werden? Teilt eure Einschätzungen und Gedanken zu der Mission gerne mit uns in den Kommentaren!
Was ist das "Big Bang"-Update?
Das sogenannte "Big Bang"-Manöver ist ein komplexer Eingriff in das Energiemanagement der fast 50 Jahre alten Raumsonde Voyager 2. Die NASA hat dabei simultan mehrere aktive Komponenten abgeschaltet und durch stromsparendere Alternativen ersetzt.
Für IT-Profis ist dies vergleichbar mit einer kritischen Live-Migration ohne Fallback-Option. Ziel war es, den extrem knappen Stromhaushalt zu entlasten, um die verbleibenden drei wissenschaftlichen Instrumente für mindestens ein weiteres Jahr betreiben zu können.
Für IT-Profis ist dies vergleichbar mit einer kritischen Live-Migration ohne Fallback-Option. Ziel war es, den extrem knappen Stromhaushalt zu entlasten, um die verbleibenden drei wissenschaftlichen Instrumente für mindestens ein weiteres Jahr betreiben zu können.
Wie löst NASA das Stromproblem?
Die Ingenieure tauschten laut NASA-Angaben zwei Heizungen und ein weiteres Gerät, das nur wegen seiner Abwärme lief, gegen drei effizientere Alternativen aus. Diese verbrauchen weniger Strom, halten aber kritische Systeme wie die Treibstoffleitungen weiterhin warm.
Normalerweise werden solche Anpassungen im Verhältnis 1:1 durchgeführt. Der simultane Tausch mehrerer Systeme war riskant, aber zwingend notwendig. Fällt die Temperatur im interstellaren Raum unter ein kritisches Minimum, droht ein irreversibler Hardware-Ausfall.
Normalerweise werden solche Anpassungen im Verhältnis 1:1 durchgeführt. Der simultane Tausch mehrerer Systeme war riskant, aber zwingend notwendig. Fällt die Temperatur im interstellaren Raum unter ein kritisches Minimum, droht ein irreversibler Hardware-Ausfall.
Warum sinkt die Leistung stetig?
Die Sonden beziehen ihre Energie aus Radioisotopengeneratoren (RTG). Diese wandeln die Zerfallswärme von Plutonium-238 über den Seebeck-Effekt in Strom um. Da das Material stetig zerfällt, verliert das System unweigerlich rund vier Watt Leistung pro Jahr.
Dieser physikalische Prozess lässt sich weder durch Software-Updates noch durch Reboots aufhalten. Die Effizienz der Generatoren ist eine feste Konstante, weshalb das Energiemanagement die einzige Stellschraube bleibt, um die Lebensdauer der Sonden zu verlängern.
Dieser physikalische Prozess lässt sich weder durch Software-Updates noch durch Reboots aufhalten. Die Effizienz der Generatoren ist eine feste Konstante, weshalb das Energiemanagement die einzige Stellschraube bleibt, um die Lebensdauer der Sonden zu verlängern.
Was messen die Sonden aktuell?
Voyager 2 betreibt noch drei Instrumente: ein Magnetometer, ein Plasmawellen-Subsystem und einen Detektor für kosmische Strahlung. Diese fungieren als eine Art Wetterstation am äußersten Rand unseres Sonnensystems und liefern einzigartige Telemetriedaten.
Sie messen das interstellare Magnetfeld und die Dichte von ionisiertem Gas. Diese Daten helfen der Wissenschaft zu verstehen, wie die Heliosphäre unser Sonnensystem schützt. Weitere Details bietet die offizielle NASA Voyager Mission Seite.
Sie messen das interstellare Magnetfeld und die Dichte von ionisiertem Gas. Diese Daten helfen der Wissenschaft zu verstehen, wie die Heliosphäre unser Sonnensystem schützt. Weitere Details bietet die offizielle NASA Voyager Mission Seite.
Was passiert mit Voyager 1?
Die Schwestersonde Voyager 1 ist noch weiter von der Erde entfernt und soll in den kommenden Monaten ein ähnliches "Big Bang"-Update erhalten. Sie betreibt aktuell nur noch zwei wissenschaftliche Instrumente.
Angeblich kam es bei Voyager 1 im Februar 2026 während eines Manövers zu einem unerwarteten Spannungsabfall, woraufhin ein Instrument abgeschaltet werden musste. Es heißt, dass die NASA hofft, dieses Instrument nach einem erfolgreichen Energie-Update wieder reaktivieren zu können.
Angeblich kam es bei Voyager 1 im Februar 2026 während eines Manövers zu einem unerwarteten Spannungsabfall, woraufhin ein Instrument abgeschaltet werden musste. Es heißt, dass die NASA hofft, dieses Instrument nach einem erfolgreichen Energie-Update wieder reaktivieren zu können.
Zusammenfassung
- NASA-Ingenieure führten ein riskantes Energiemanöver bei Voyager 2 durch
- Effizientere Geräte sichern den Betrieb der Instrumente für ein weiteres Jahr
- Ein simultaner Heizungstausch verhinderte das Erfrieren der Sonde im All
- Durch den radioaktiven Zerfall verliert die Sonde jährlich vier Watt Leistung
- Ein vergleichbares Update ist in Kürze auch für die Schwestersonde geplant
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