Staatliche E-Auto-Prämie:
Schon über 100.000 Anträge eingegangen

Mit einem Fördertopf von drei Milliarden Euro unterstützt die Bundesregierung seit Januar 2026 den Kauf von Elektroautos. Erste Auswertungen der eingereichten Anträge zeigen, welche Einkommensgruppen die Zuschüsse beantragen.
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Nadine Dressler

Milliarden für E-Autos: Wer profitiert?

Ziel ist es, rund 800.000 Fahrzeuge auf die Straßen zu bringen und die Elektromobilität in Deutschland weiter voranzubringen. Rund zehn Wochen nach dem Start des Online-Portals sind mehr als 100.000 Anträge auf Förderung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingegangen.

Etwa 90 Prozent der Antragsteller entschieden sich für reine Elektroautos. Der Rest entfällt auf Plug-in-Hybride sowie Modelle mit einem Range Extender zur Reichweitenverlängerung. Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt die finanzielle Situation der Käufer.


Normalverdiener im Fokus

Wie das Handelsblatt berichtet, stammt rund die Hälfte der Anträge von Haushalten mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro. Ein weiteres Viertel liegt zwischen 45.000 und 60.000 Euro. Damit entfallen drei Viertel der Fördersummen auf Haushalte mit einem Einkommen unter 60.000 Euro.

Bei der Berechnung zählt das zu versteuernde Einkommen, nicht das Bruttogehalt. Durch Abzüge etwa für Werbungskosten, Vorsorgeaufwendungen und Kinderfreibeträge liegt der Wert oft deutlich darunter.

Als Grundlage für die Prüfung dienen die letzten beiden Steuerbescheide. Familien mit zwei Kindern können dadurch selbst bei einem Bruttoverdienst von 120.000 Euro noch unter die Fördergrenze von 90.000 Euro rutschen.

Die Einkommensgrenze soll gezielt mittlere und untere Einkommensschichten bei der Verkehrswende unterstützen. Kritik gab es in der Vergangenheit daran, dass staatliche Förderungen für teure Fahrzeuge vor allem Besserverdienern zugutekommen. Durch die aktuelle Deckelung des förderfähigen Fahrzeugpreises fallen Luxusmodelle bekannter Premiumhersteller aus dem Raster. Gefördert werden vor allem alltagstaugliche Kompaktwagen und Mittelklassefahrzeuge.

Die E-Auto-Förderung 2026 im Überblick

  • 2026
    Januar
    Start der neuen Förderung mit einem Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro
  • Januar
    Die Förderung gilt rückwirkend auch für bereits erfolgte Zulassungen
  • Nach gut zehn Wochen
    Beim BAFA gehen mehr als 100.000 Förderanträge ein
  • Zwischenstand
    Rund 90 Prozent der geförderten Fahrzeuge sind reine Elektroautos, mehr als 28.000 Anträge sind bereits bewilligt
  • Ausblick
    Der Fördertopf könnte früher aufgebraucht sein als ursprünglich geplant

Budget und Auszahlung

Bisher wurden mehr als 28.000 Anträge abschließend bewilligt. Die aktuelle Prämie gilt rückwirkend für Zulassungen ab Januar 2026. Wegen langer Lieferzeiten in der Automobilindustrie verzögert sich die Auszahlung oft. Voraussetzung für die Überweisung ist die endgültige Zulassung des Autos.

Das Fördervolumen war ursprünglich für drei bis vier Jahre vorgesehen. Wegen der hohen Zahl an Anträgen rechnen Experten aus der Automobilbranche damit, dass die Mittel deutlich schneller aufgebraucht sein könnten. Sobald der Topf leer ist, enden die Zahlungen ohne vorherige Ankündigung.

Die hohe Nachfrage nach der neuen Förderung zeigt Wirkung, doch das Budget schmilzt. Habt ihr den Zuschuss bereits beantragt oder plant ihr einen Kauf? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Wer hat Anspruch auf die Prämie?
Anspruch haben Privatpersonen, die ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid anschaffen. Die wichtigste Hürde ist das Einkommen: Die Grenze liegt bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 80.000 Euro. Bei Familien mit zwei oder mehr Kindern steigt dieser Wert auf bis zu 90.000 Euro an.

Für viele IT-Profis mit gutem Gehalt lohnt sich ein genauer Blick auf die Zahlen. Aktuelle Daten des BAFA zeigen, dass die Förderung in der Praxis gut ankommt: Fast drei Viertel der bisherigen Anträge stammen aus Haushalten, deren zu versteuerndes Einkommen unter 60.000 Euro liegt.
Wie hoch fällt der Zuschuss aus?
Die Fördersumme variiert je nach Fahrzeugtyp, Einkommen und Kinderzahl. Für vollelektrische Autos winken Beträge zwischen 3000 und 6000 Euro. Wer sich für einen Plug-in-Hybrid oder ein Auto mit Range Extender entscheidet, kann mit 1500 bis 4500 Euro rechnen.

Ein praktisches Beispiel: Wer als Familie ein reines E-Auto kauft und die Einkommensgrenzen optimal ausschöpft, sichert sich den Maximalbetrag. Das Budget der Bundesregierung umfasst insgesamt drei Milliarden Euro, was laut offiziellen Angaben für rund 800.000 elektrifizierte Fahrzeuge ausreichen soll.
Zählt das Brutto- oder Nettogehalt?
Weder noch! Ausschlaggebend ist das zu versteuernde Einkommen. Dieses liegt oft deutlich unter dem Bruttogehalt. Das Finanzamt zieht vorab Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen und Kinderfreibeträge ab.

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass Gutverdiener automatisch leer ausgehen. Selbst bei einem Bruttoverdienst von über 120.000 Euro kann das zu versteuernde Einkommen unter die Grenze von 90.000 Euro fallen. Das BAFA nutzt zur Prüfung den Durchschnitt der letzten beiden Steuerbescheide.
Ab wann gilt die neue Förderung?
Die gute Nachricht für alle, die in letzter Zeit bereits zugeschlagen haben: Das Programm gilt rückwirkend für alle Neuzulassungen seit dem 1. Januar 2026. Das Antragsportal selbst ist seit dem 19. Mai geöffnet.

Dies hat zu Beginn für einen massiven Nachholeffekt gesorgt. Allein bis Anfang August gingen über 100.000 Anträge beim BAFA ein. Wer sein Fahrzeug also Anfang des Jahres zugelassen hat, kann den Antrag jetzt bequem nachträglich über die "Förderzentrale Deutschland" einreichen.
Wann genau muss ich beantragen?
Ein häufiger Fehler im Alltag: Der Antrag kann nicht schon bei der Unterzeichnung des Kauf- oder Leasingvertrags gestellt werden. Voraussetzung für die Beantragung ist zwingend die erfolgte Neuzulassung des Fahrzeugs.

Besonders bei frei konfigurierten Neuwagen mit langen Lieferzeiten vergehen oft Monate zwischen Bestellung und Zulassung. Erst wenn Sie die Papiere in den Händen halten und das Auto angemeldet ist, können Sie den Prozess beim BAFA starten.
Wie lange reicht der Fördertopf noch?
Offiziell sind die drei Milliarden Euro für einen Zeitraum von drei bis vier Jahren eingeplant. Allerdings ist der Andrang enorm: In nur zweieinhalb Monaten wurde bereits etwa ein Achtel des gesamten Budgets beantragt.

Es heißt, dass die Mittel bei gleichbleibendem Tempo für nicht einmal zwei Jahre reichen würden. Auch wenn sich der anfängliche Nachholeffekt noch abschwächen dürfte, sollten Interessenten mit konkreten Kaufabsichten nicht zu lange zögern.
Zusammenfassung
  • Deutschland fördert den Kauf von rund 800.000 Elektrofahrzeugen
  • Mehr als 100.000 Anträge gingen in den ersten zehn Wochen ein
  • Drei Viertel der Fördergelder gehen an Haushalte unter 60.000 Euro
  • Ausschlaggebend ist das zu versteuernde Einkommen der Käufer
  • Die neue Förderung gilt rückwirkend für Zulassungen ab Januar 2026
  • Wegen hoher Nachfrage könnte der Fördertopf vorzeitig leer sein

Siehe auch:


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