Schimmel aus Tschernobyl-Reaktor wird als ISS-Strahlenschutz getestet
Strahlenschutz ist auf der Erde, aber auch für die Raumfahrt, ein wichtiges Forschungsfeld. Jetzt gibt es einen Versuch, der sich das Label kurios wirklich verdient hat: Auf der Internationalen Raumstation wird Schimmel aus dem Tschernobyl-Reaktor als Schutz vor Strahlung getestet.
Cladosporium sphaerospermum: Der Pilz, der gerne Strahlung frisst
Die Grundidee basiert auf dem Phänomen der Radiosynthese, die 1956 erstmals beobachtet worden war, bis heute aber nicht ganz verstanden ist. Während bei der Photosynthese sichtbares Licht in chemische Energie umgewandelt wird, beherrschen Lebewesen, die Radiosynthese betreiben, offenbar die Fähigkeit, ionisierende Strahlung zu verstoffwechseln. Basis bildet hier das Pigment Melanin, das Strahlung absorbieren kann. Ein Ort, an dem solche Lebewesen in Massen vorkommen: die Wand des Unglücksreaktors in Tschernobyl.
In ihrer Untersuchung wollen die amerikanischen Wissenschaftler Graham K. Shunk und Xavier R. Gomez laut Techexplorist das Potenzial des Schimmelpilzes "Cladosporium sphaerospermum" erproben, als wachsender Strahlungsschutz für Weltraummissionen zu dienen. Schon im Dezember 2018 wurde dafür eine entsprechende Versuchsanordnung an der Außenseite der ISS angebracht. Das Ergebnis: Eine Schicht des Pilzes von 21 cm auf der Außenseite der Raumstation würde fast 100 Prozent der Strahlung am Eindringen hindern.
Der Schimmel, der sich von Strahlung ernährt, soll davor schützen können
Dass in Schimmel noch viel mehr steckt als eine Zutat für besonderen Käse, hatte die Entdeckung von Penicillin eindrucksvoll bewiesen. Eine Studie beleuchtet jetzt die Möglichkeit, mit Schimmel ein weiteres großes Problem lösen zu können: Strahlenschutz. Die kuriosen Rahmenbedingungen der wissenschaftlichen Arbeit: Ein Schimmelpilz, der rund um den Reaktor in Tschernobyl gefunden wurde, zeigt sich als gutes Werkzeug zur Absorption von Strahlung und muss sich jetzt für diesen Zweck auf der Internationalen Raumstation bewähren.
Cladosporium sphaerospermum: Der Pilz, der gerne Strahlung frisst
Die Grundidee basiert auf dem Phänomen der Radiosynthese, die 1956 erstmals beobachtet worden war, bis heute aber nicht ganz verstanden ist. Während bei der Photosynthese sichtbares Licht in chemische Energie umgewandelt wird, beherrschen Lebewesen, die Radiosynthese betreiben, offenbar die Fähigkeit, ionisierende Strahlung zu verstoffwechseln. Basis bildet hier das Pigment Melanin, das Strahlung absorbieren kann. Ein Ort, an dem solche Lebewesen in Massen vorkommen: die Wand des Unglücksreaktors in Tschernobyl.
In ihrer Untersuchung wollen die amerikanischen Wissenschaftler Graham K. Shunk und Xavier R. Gomez laut Techexplorist das Potenzial des Schimmelpilzes "Cladosporium sphaerospermum" erproben, als wachsender Strahlungsschutz für Weltraummissionen zu dienen. Schon im Dezember 2018 wurde dafür eine entsprechende Versuchsanordnung an der Außenseite der ISS angebracht. Das Ergebnis: Eine Schicht des Pilzes von 21 cm auf der Außenseite der Raumstation würde fast 100 Prozent der Strahlung am Eindringen hindern.
Auf dem Mars im Einsatz
Die weiterführende Idee von Shunk und Gomez: Bei einer potenziellen Marsmission könnte der Schimmelpilz in die Außenwände integriert und so als Strahlungsschutz genutzt werden - bei einem Bruchteil der benötigten Energie für Transport oder Gewinnung anderer Stoffe. Dafür müssten aber diverse technische Hürden wie die Versorgung mit Wasser geklärt werden. Auch die Möglichkeit, das Melanin zu extrahieren und in Stoffe und Materialien einzuarbeiten bringen die Studien-Macher ins Spiel.
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