Notaufnahme besucht - wochenlang Anwalts-Werbung auf dem Telefon
Wenn es darum geht, Werbung immer besser auf bestimmte Zielgruppen auszurichten, machen Marketing-Leute nahezu vor nichts Halt. Aktuelle Fälle in den USA erwecken den Eindruck, dass das Durchleuchten von Facebook-Nutzern durch Cambridge Analytica noch ein vergleichsweise harmloser Eingriff in die Privatsphäre war.
Laut einem Bericht von Ars Technica haben Werbevermarkter, die Anzeigen für die Dienste von Anwälten an den Mann bringen wollten, das Geofencing-Verfahren im Bereich von Krankenhäusern eingesetzt. Wer mit einem angeschalteten Smartphone die Notaufnahme betrat, bekam anschließend teils tagelang Online-Werbung für Kanzleien eingeblendet, die sich beispielsweise auf die Schadensregulierung nach Unfällen oder auf Auseinandersetzungen mit Versicherungen spezialisiert haben.
Hierzulande wäre zumindest ein solches Vorgehen gleich durch mehrere rechtliche Schranken untersagt - dem stünden beispielsweise besonders hohe Datenschutz-Richtlinien in einem sensiblen Umfeld wie dem Krankenhaus im Weg. Aber es gibt eben nicht überall so hohe Hürden, wie wir sie im deutschen Datenschutzrecht kennen.
Das Geofencing hat damit auch eine neue Dimension erreicht. Bisher kamen entsprechende Verfahren eher in Einkaufszentren zum Einsatz. Hier wurde die Methode beispielsweise genutzt, um einen offensichtlich interessierten Kunden - der vielleicht einen Laden betreten, aber nichts gekauft hat - mit weiterführenden Werbemitteilungen zu beschicken.
Hierzulande wäre zumindest ein solches Vorgehen gleich durch mehrere rechtliche Schranken untersagt - dem stünden beispielsweise besonders hohe Datenschutz-Richtlinien in einem sensiblen Umfeld wie dem Krankenhaus im Weg. Aber es gibt eben nicht überall so hohe Hürden, wie wir sie im deutschen Datenschutzrecht kennen.
Neue Dimension des Trackings
Das Problem besteht hier nicht nur darin, dass überhaupt ortsabhängig Anzeigen geschaltet werden. Wer immer das Geofencing einsetzt, wird natürlich auch in die Lage versetzt, in Profile über User Informationen über die Dauer von Krankenhaus-Aufenthalten einfließen zu lassen. Damit fließen im Zweifel Daten aus den privatesten Lebensbereichen mit in die Auswertung des Nutzerverhaltens für die Werbeindustrie ein.Das Geofencing hat damit auch eine neue Dimension erreicht. Bisher kamen entsprechende Verfahren eher in Einkaufszentren zum Einsatz. Hier wurde die Methode beispielsweise genutzt, um einen offensichtlich interessierten Kunden - der vielleicht einen Laden betreten, aber nichts gekauft hat - mit weiterführenden Werbemitteilungen zu beschicken.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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