Massives Problem: Telefonterror durch Spam-Anrufer nimmt zu

Unerlaubte Telefonwerbung bleibt auch 2026 ein verbreitetes Är­ger­nis. Im Jahr 2025 gingen bei den Regulierungsbehörden in Bonn ins­gesamt 39.842 schriftliche Beschwerden ein. Die Bundes­netz­agen­tur spricht von "massivem Problemen".
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Luke Southern / Unsplash

Anstieg bei unerwünschten Werbeanrufen

Das entspricht einem Plus von sechs Prozent gegenüber 2024 mit 37.561 Meldungen. Werbeanrufe ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung der Angerufenen sind in Deutschland seit Jahren verboten, werden jedoch weiterhin von zahlreichen Unternehmen praktiziert.

Inhaltlich verschoben sich die Schwerpunkte der Beschwerden im vergangenen Jahr interessanterweise. Gewinnspielangebote machten 2025 mit mehr als 28 Prozent den größten Anteil aus, nach rund 20 Prozent im Vorjahr.


Millionenstrafe und Dokumentationspflicht

Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, bleibt das Vorgehen gegen unerlaubte Werbeanrufe einen wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit. Behördenpräsident Klaus Müller sprach von einem "massiven Problem" für Verbraucher, das zugleich den fairen Wettbewerb beeinträchtige. Die Bundesnetzagentur gehe weiterhin konsequent gegen Verstöße vor.

Im Jahr 2025 verhängte die Behörde in 13 größeren Verfahren Bußgelder in Höhe von insgesamt rund 1,1 Millionen Euro. Damit lag die Summe unter dem Vorjahreswert von 1,37 Millionen Euro. Zugleich wurde erstmals verstärkt die gesetzliche Pflicht zur Dokumentation von Werbeeinwilligungen sanktioniert. Damit rückte neben dem unerlaubten Anruf selbst auch die fehlende oder unzureichende Nachweisführung in den Fokus.

Seit Oktober 2021 müssen Unternehmen Einwilligungen zur Telefonwerbung vollständig dokumentieren und fünf Jahre aufbewahren. In mehreren Verfahren fehlten diese Nachweise ganz oder teilweise. Nach Angaben der Behörde griffen Callcenter dabei häufig auf veraltete oder zugekaufte Datensätze ohne wirksames Opt-in zurück.

Trotz des erneuten Anstiegs bleibt die Zahl der Beschwerden deutlich unter früheren Höchstständen. 2021 waren fast 80.000 Meldungen eingegangen.

Technische Abwehr und Meldewege

Verbraucher können sich gegen unerwünschte Anrufe schützen, indem sie bei unbekannten Nummern zurückhaltend reagieren und Gespräche bei erkennbarem Werbecharakter sofort beenden.

Technische Hilfsmittel bieten zusätzliche Unterstützung. Router wie die FritzBox ermöglichen das Sperren bestimmter Rufnummern oder Rufnummernbereiche. Auch viele Smartphones verfügen über integrierte Funktionen zur Erkennung und Blockierung von Spam-Anrufen, Apple hatte erst ein neues Feature für unbekannte Anrufer eingeführt.

Merke: Zur Ahndung der Verstöße ist eine Meldung an die Bundesnetzagentur entscheidend. Betroffene sollten Datum, Uhrzeit, Rufnummer, Namen des anrufenden Unternehmens und den Anlass des Anrufs festhalten. Die Angaben können über ein Online-Formular übermittelt werden und dienen als Grundlage für weitere Verfahren.

Wie geht ihr im Alltag mit solchen Anrufen um? Nutzt ihr spezielle Hardware-Filter oder blockiert ihr die Nummern direkt auf dem Smartphone? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen in den Kommentaren.

Steigen die unerlaubten Werbeanrufe?
Ja, der Trend zeigt leider nach oben. Im Jahr 2025 verzeichnete die Bundesnetzagentur insgesamt 39.842 schriftliche Beschwerden, was einem Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Rekordniveau von 2021 ist damit zwar noch nicht erreicht, das Ärgernis bleibt jedoch groß.

Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller warnt, dass diese Anrufe Verbrauchern massiv schaden und den fairen Wettbewerb behindern. Besonders auffällig ist der starke Zuwachs im Bereich der Gewinnspiele, der mittlerweile über ein Viertel aller Meldungen ausmacht.
Wann ist Telefonwerbung erlaubt?
In Deutschland gilt eine klare Regelung: Telefonwerbung ist gegenüber Verbrauchern nur zulässig, wenn diese vorher ausdrücklich eingewilligt haben. Ohne dieses sogenannte "Opt-in" handelt das anrufende Unternehmen rechtswidrig.

Wichtig für Ihren Arbeitsalltag und Privatbereich: Eine einmal erteilte Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden. Sollte das Telefon danach trotzdem zu Werbezwecken klingeln, liegt ein erneuter Verstoß vor, gegen den Sie vorgehen können.
Was gilt bei der Dokumentationspflicht?
Seit Oktober 2021 sind werbetreibende Unternehmen verpflichtet, jede Werbeeinwilligung lückenlos zu dokumentieren und aufzubewahren. Dies ist für IT-Verantwortliche im Compliance-Bereich relevant, da es die Selbstkontrolle der Unternehmen sicherstellen soll.

Im Jahr 2025 sanktionierte die Bundesnetzagentur erstmals gezielt Verstöße gegen diese Pflicht. Eine unklare Datenlage und fehlende Nachweise in den Unternehmen führten in der Praxis oft zu unzulässigen Anrufen bei Verbrauchern.
Wie wehre ich mich gegen Spam-Anrufe?
Technisch können Sie Rufnummern im Smartphone oder Router (z. B. FritzBox) blockieren. Seien Sie skeptisch bei unbekannten Nummern und geben Sie am Telefon niemals sensible Daten preis. Legen Sie im Zweifel einfach auf.

Rechtlich ist der effektivste Weg die Meldung bei der Bundesnetzagentur. Nur wenn Verbraucher die Verstöße anzeigen, kann die Behörde Ermittlungen aufnehmen und Bußgelder verhängen, um das Geschäftsmodell der Spammer unrentabel zu machen.
Wo kann ich Verstöße melden?
Die Bundesnetzagentur bietet ein Online-Formular an, um unerlaubte Werbeanrufe schnell und unkompliziert zu melden. Sie finden es unter www.bundesnetzagentur.de/telefonwerbung-beschwerde.

Für eine erfolgreiche Verfolgung sollten Sie Datum, Uhrzeit, die angezeigte Rufnummer sowie idealerweise den Namen des Anrufers und den Grund des Anrufs notieren.
Zusammenfassung
  • Beschwerden über unerlaubte Telefonwerbung stiegen 2025 auf 39842 Fälle
  • Gewinnspiel-Angebote machten mit über 28 Prozent den größten Anteil aus
  • Bundesnetzagentur verhängte Bußgelder in Höhe von 1,1 Millionen Euro
  • Erstmals wurden fehlende Dokumentationen von Werbeeinwilligungen bestraft
  • Trotz Anstieg liegen Beschwerden deutlich unter dem Rekordwert von 2021
  • Experten empfehlen skeptischen Umgang mit unbekannten Nummern
  • Router und Smartphones bieten technische Möglichkeiten zum Schutz

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