Telegram-Sperre um jeden Preis:
Russland blockt das halbe Internet
Die Entscheidung der russischen Behörden, gegen die Betreiber des verschlüsselten Messengers Telegram vorzugehen, weil diese nicht bereit waren, Krypto-Keys an den Geheimdienst herauszugeben, hat für russische Internet-Nutzer jetzt massive Folgen. Die Behörden sperren derzeit den Zugriff auf Millionen von IP-Adressen, wodurch auch diverse unbeteiligte Websites und Dienste betroffen sind.
Wie das Magazin Meduza berichtet, hat die zentrale Zensurbehörde Russlands gestern eine Sperrung der IP- und Web-Adressen von Telegram durch die dortigen Internet-Zugangsanbieter angeordnet. Weil die Betreiber von Telegram unter Verwendung von Cloud-Plattformen wie Amazon Web Services und Google Cloud versuchen, den Zugriff dennoch zu ermöglichen, verordnete die Telekommunikationsaufsicht Roskomnadzor kurzerhand auch die Sperrung der von den US-Internetkonzernen für ihre Cloud-Dienste genutzten IP-Adressen.
Zahl der gesperrten IPs laut Schors.spb.ru
Die weitreichenden Vorgaben der Behörden haben nun umfangreiche Folgen. Laut einer eigens zur Überwachung der Zahl der gesperrten IP-Adressen eingerichteten Website sind aktuell rund 16 Millionen IPs und Subnetze gesperrt. Im Grunde versucht die Kommunikationsaufsicht also, einfach sämtliche von Telegram möglicherweise verwendeten Proxy-Server zu sperren.
So war von Radiostationen, sozialen Netzwerken und den Betreibern einiger Zahlungsdienste zu hören, dass sie entweder unerreichbar waren oder nur mit Einschränkungen nutzbar waren. Selbst die Dienste des staatlichen Nachrichtenportals Ruptly sind betroffen, weil sie Amazon als Server-Dienstleister nutzen. Auch beim Zugriff auf Xbox Live, das PlayStation Network und die Server der beliebten Spiele Fortnite und Player Unknown's Battleground soll es teilweise massive Probleme geben. Auch Nintendos Switch Store, Netflix, Blizzards Battle.net und Twitch.tv sollen betroffen sein.
Inzwischen hat Roskomnadzor eine Kontaktadresse eingerichtet, über die Internet-Nutzer Probleme beim Zugriff auf bestimmte unbeteiligte Websites melden sollen. Die "Hotline" ist allerdings so gut wie unerreichbar, weil massive Denial-Of-Service-Attacken gegen die Server der Roskomnadzor laufen sollen. Telegram soll unterdessen in Russland auch zum jetzigen Zeitpunkt weiter nutzbar sein.
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Zahl der gesperrten IPs laut Schors.spb.ru
Die weitreichenden Vorgaben der Behörden haben nun umfangreiche Folgen. Laut einer eigens zur Überwachung der Zahl der gesperrten IP-Adressen eingerichteten Website sind aktuell rund 16 Millionen IPs und Subnetze gesperrt. Im Grunde versucht die Kommunikationsaufsicht also, einfach sämtliche von Telegram möglicherweise verwendeten Proxy-Server zu sperren.
Das "halbe Internet" ist aus Russland nicht mehr erreichbar
Das Ergebnis ist jedoch nicht etwa die Sperrung von Telegram, denn der Messenger steht aktuell seinen Nutzern weiter ohne große Einschränkungen zur Verfügung. Die Ausweich-Taktik der Betreiber scheint also vorerst aufzugehen, hat aber für russische Internet-Nutzer auch darüber hinaus weitreichende Folgen.So war von Radiostationen, sozialen Netzwerken und den Betreibern einiger Zahlungsdienste zu hören, dass sie entweder unerreichbar waren oder nur mit Einschränkungen nutzbar waren. Selbst die Dienste des staatlichen Nachrichtenportals Ruptly sind betroffen, weil sie Amazon als Server-Dienstleister nutzen. Auch beim Zugriff auf Xbox Live, das PlayStation Network und die Server der beliebten Spiele Fortnite und Player Unknown's Battleground soll es teilweise massive Probleme geben. Auch Nintendos Switch Store, Netflix, Blizzards Battle.net und Twitch.tv sollen betroffen sein.
Inzwischen hat Roskomnadzor eine Kontaktadresse eingerichtet, über die Internet-Nutzer Probleme beim Zugriff auf bestimmte unbeteiligte Websites melden sollen. Die "Hotline" ist allerdings so gut wie unerreichbar, weil massive Denial-Of-Service-Attacken gegen die Server der Roskomnadzor laufen sollen. Telegram soll unterdessen in Russland auch zum jetzigen Zeitpunkt weiter nutzbar sein.
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Roland QuandtRedakteur für Smartphones & Leaks
Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.
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