Titan: Google installiert eigene Wächter-Chips in seiner Infrastruktur

Bei Google wird schon lange eigene Hardware entwickelt - darunter auch Chips. Ein solcher ist unter dem Namen "Titan" vorgestellt und für einen weitgehend neuen Zweck entwickelt worden: Er stellt einen eigenständigen Wächter für die Infrastruktur des Konzerns dar.
Google, Server, Datenzentrum
Google
Wer bei Google an Hardware-Entwicklung denkt, dürfte aktuell meist die Pixel-Smartphones in den Kopf bekommen. Das Unternehmen entwirft aber schon viel länger auch Server - wenn auch vor allem für den eigenen Bedarf. Google Betreiber aber ausreichend Datenzentren, um allein mit diesen so schon zu einem der größten Server-Hersteller der Welt zu werden.

Und die Systeme bekommen nun einen neuen Chip verpasst, dessen ausschließliche Aufgabe der Schutz der Infrastruktur vor Angriffen ist. Die Titans sollen nicht nur den jeweiligen Rechner, sondern stets auch das Umfeld im Datenzentrum im Blick haben. In dem Bauelement wirken dabei fest in Hardware gegossene Algorithmen, die auffälliges Verhalten ausmachen können - und die sich im Gegensatz zu einem herkömmlichen Software-basierten Schutz nicht so einfach ausschalten lassen.


Wenn die Titans nun entdecken, dass es auffällige Aktivitäten bestimmter Server, Netzwerksysteme oder anderer Komponenten im Datenzentrum gibt, sollen sie diese isolieren und aus dem Verbund werfen. Das kann so weit führen, dass unangemeldete Veränderungen von Hardware dazu führen, dass deren Hochfahren überhaupt nicht mehr zugelassen wird. Das Datenzentrum fährt also sicherheitshalber eine Selbstverteidigung hoch.

Google hat die kleinen Chips nach eigenen Angaben bereits in vielen tausend Servern und auch auf Netzwerk-Karten verbaut, die in den Datenzentren zum Einsatz kommen. Damit reagiert man unter anderem auf die zunehmenden Aktivitäten auch staatlicher Akteure, mit denen sich Unbefugte Zugang zu den großen Cloud-Infrastrkturen verschaffen wollen.

Vordergründig geht es dabei unter anderem um das Problem, dass die meiste Hardware selbst in China produziert wird, wo es immer wieder Verdächtigungen gibt, dass Hintertüren platziert werden. Aber auch in der westlichen Welt ist Spionage bekanntlich nicht unbekannt. Insofern könnten die Security-Chips auch einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil Googles darstellen, wenn man sich gegen Konkurrenten wie Amazon und Microsoft um wichtige Aufträge wirbt.
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