Das wars mit Yahoo: Restfirma wird umbenannt und Chefin ist raus

Mit Yahoo verschwindet jetzt ein Urgestein aus den Anfängen der Internet-Ära. Das Unternehmen gab gestern bekannt, wie die Zukunft der Firma aussehen soll, nachdem das Kerngeschäft an den Telekommunikationskonzern Verizon übergeben wurde. Damit verbleibt nämlich im Wesentlichen nur noch das Verwalten von Aktien.
Und genau dies wird nicht mehr unter dem Namen Yahoo geschehen. Wenn der Übernahmeprozess mit Verizon abgeschlossen ist, wird der übriggebliebene Teil Yahoos in Altaba umbenannt. Dabei handelt es sich dann im Wesentlichen nicht mehr um ein Internet-, sondern ein Investmentunternehmen. Dessen größter Wert besteht aus der 15-prozentigen Beteiligung an dem chinesischen Alibaba, dem größten Online-Handelskonzern der Welt. Hinzu kommt noch ein wesentlich kleineres Paket aus Aktien von Yahoo Japan.

Daraus leitet sich auch der Name ab. Wie dem Wall Street Journal aus unternehmensnahen Kreisen berichtet wurde, handelt es sich hier um eine Kurzform von "alternative" und "Alibaba". Dies stellt im Grunde einen Hinweis an Börsianer dar, dass die Altaba-Aktie faktisch als Alternative zu einer Alibaba-Beteiligung in Betracht kommen kann - immerhin dürfte das Wertpapier quasi direkt die Entwicklung des jeweiligen Alibaba-Kurses widerspiegeln, da hinter diesem im Grunde keine anderen Inhalte stehen.


Die Chefin ist raus

Im Zuge der Umbenennung steht aber auch in der Firmenstruktur Yahoos eine Veränderung an. Konkretes gibt es hier bereits für den Aufsichtsrat. Denn um ein großes Aktienpaket zu verwalten, benötigt man in dem Gremium längst nicht so viele Leute, wie bei einem kompletten Internet-Konzern. Also wird der Aufsichtsrat verkleinert - was vor allem durch die Rücktritte der aktuellen Firmenchefin Marissa Mayer und dem Yahoo-Mitbegründer David Filo umgesetzt wird.

Der ganze Vorgang sieht ein wenig danach aus, dass durch den Verkauf des Kerngeschäftes nur noch ein kleiner Bruchteil übrig bleibt. Dem ist aber keineswegs so. Denn die eigentlichen Aktivitäten Yahoos, die an Verizon verkauft werden, wurden auf einen Kaufpreis von 4,8 Milliarden Dollar taxiert. Allein die Beteiligung an Alibaba ist durch das massive Wachstum des chinesischen Unternehmens inzwischen aber 35 Milliarden Dollar wert.

Und Verizon wackelt

Und das nun verkündete Vorgehen bedeutet auch nicht, dass jetzt alles in trockenen Tüchern ist. Denn inzwischen gibt es bei Verizon schon wieder Zweifel, ob die Übernahme überhaupt nach den bisherigen Konditionen durchgeführt werden sollte. Nach dem Vertragsabschluss im letzten Sommer kam es zu mehreren großen Skandalen um das Unternehmen, die den Wert des verkauften Bereiches geschmälert haben dürften. Dadurch kommen nun Stimmen auf, die Nachverhandlungen fordern.

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