Werbe-Branche: Es gibt keinen Dialog mit Machern von AdBlock Plus
Kurzzeitig sah es so aus, als gäbe es einen Weg der Verständigung zwischen der Werbe-Branche und den Machern eines der am weitesten verbreiteten Blocking-Tools. Doch zuletzt vertiefte sich die Kluft zwischen beiden Seiten - was letztlich wohl vor allem jenen Schaden wird, die zwischen den beiden Seiten sitzen.
Die zunehmende Verhärtung der Fronten wurde offensichtlich, als die Entwickler von AdBlock Plus von der Jahreskonferenz des Interactive Advertising Bureau (IAB), des weltweit größten Verbandes der Online-Werbebranche, ausgeladen wurden. In seiner Eröffnungsansprache ging IAB-Chef Randall Rothenburg nun auf den Vorgang ein.
Ausgangspunkt der aktuellen Entwicklung war demnach ein anberaumtes Treffen zwischen den AdBlock Plus-Machern und der Medienbranche. Nach Außen sei dieses als ein beginnender Dialog zwischen beiden Seiten präsentiert worden. Der Versuch, offen und auf Augenhöhe über das Thema zu sprechen, sei jedoch in einen "ununterbrochenen Monolog" der AdBlock-Entwickler umgeschlagen.
Zwei Vertreter großer Medienhäuser hätten sich laut Rothenburg mit der Firma Eyeo getroffen, von der das Tool entwickelt wird. "Sie haben keine ihrer Fragen darüber, wie das so genannte 'Acceptable Ads'-Programm gesteuert werden soll, wer in dem angeblich unabhängigen Kontrollgremium sitzen soll und welche Befugnisse dieses hat oder welche Bezahlmodelle funktionieren könnten, beantwortet bekommen", sagte der IAB-Chef auf der Konferenz. Die Beteiligten hätten die AdBlock-Manager nach dem Treffen einhellig als "unaufrichtig" bezeichnet.
Das ist in dieser Absolutheit natürlich auf die Rolle zurückzuführen, in der der IAB-Chef aufgetreten ist. Solche Tiraden gegen den jeweiligen Gegner sind auch aus verschiedenen anderen Bereichen bekannt, in denen es um Geld geht. Insofern instrumentalisierte Rothenburg hier die Presse natürlich für die Interessen der Werbebranche.
Auf der anderen Seite gibt es heute auch kaum eine Alternative dazu, journalistische Inhalte im Netz ohne die Vermarktung von Anzeigenplätzen zu finanzieren. Dies versuchen die AdBlock Plus-Macher auszunutzen, um mit ihrem Tool Geld zu verdienen. Ihr Geschäftsmodell läuft darauf hinaus, bestimmte Anzeigen durchzulassen - wenn die Seitenbetreiber die Firma Eyeo an den entstehenden Einnahmen beteiligen.
Extra lange Werbung YouTube 'bestraft' Nutzer von Adblock-Software
Ausgangspunkt der aktuellen Entwicklung war demnach ein anberaumtes Treffen zwischen den AdBlock Plus-Machern und der Medienbranche. Nach Außen sei dieses als ein beginnender Dialog zwischen beiden Seiten präsentiert worden. Der Versuch, offen und auf Augenhöhe über das Thema zu sprechen, sei jedoch in einen "ununterbrochenen Monolog" der AdBlock-Entwickler umgeschlagen.
Zwei Vertreter großer Medienhäuser hätten sich laut Rothenburg mit der Firma Eyeo getroffen, von der das Tool entwickelt wird. "Sie haben keine ihrer Fragen darüber, wie das so genannte 'Acceptable Ads'-Programm gesteuert werden soll, wer in dem angeblich unabhängigen Kontrollgremium sitzen soll und welche Befugnisse dieses hat oder welche Bezahlmodelle funktionieren könnten, beantwortet bekommen", sagte der IAB-Chef auf der Konferenz. Die Beteiligten hätten die AdBlock-Manager nach dem Treffen einhellig als "unaufrichtig" bezeichnet.
"Es gibt keinen Dialog"
"Was hinzu kommt: Keiner der Verleger hat in den anschließenden vier Monaten seit dem Treffen noch eine Rückmeldung erhalten. So viel zum Thema Dialog", führte Rothenburg aus. Insofern dürfte kaum damit zu rechnen sein, dass die beiden Seiten auch in der nächsten Zeit etwas versöhnlicher miteinander umgehen. Zumal auch der IAB-Chef seine bisherige geschäftsmäßige Zurückhaltung aufgegeben hat und ordentlich austeilte. Aus seiner Sicht handle es sich bei den AdBlock Plus-Entwicklern um "reiche und selbstgerechte" Geschäftemacher, die Geld damit verdienen, gerade unter anderem jene in ihrer Arbeit zu behindern, die für die Pressefreiheit stehen.Das ist in dieser Absolutheit natürlich auf die Rolle zurückzuführen, in der der IAB-Chef aufgetreten ist. Solche Tiraden gegen den jeweiligen Gegner sind auch aus verschiedenen anderen Bereichen bekannt, in denen es um Geld geht. Insofern instrumentalisierte Rothenburg hier die Presse natürlich für die Interessen der Werbebranche.
Auf der anderen Seite gibt es heute auch kaum eine Alternative dazu, journalistische Inhalte im Netz ohne die Vermarktung von Anzeigenplätzen zu finanzieren. Dies versuchen die AdBlock Plus-Macher auszunutzen, um mit ihrem Tool Geld zu verdienen. Ihr Geschäftsmodell läuft darauf hinaus, bestimmte Anzeigen durchzulassen - wenn die Seitenbetreiber die Firma Eyeo an den entstehenden Einnahmen beteiligen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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