Vodafone: 1,2-Gbit-Mobilfunk kommt 2017, Kupfer ist am Ende

Der Telekommunikationskonzern Vodafone will bereits in maximal zwei Jahren die Gigabit-Marke bei mobilen Internet-Anbindungen knacken. Dieser Plan gilt keineswegs für Technik im Labor, sondern für das kommerzielle Netz des Unternehmens. "Mitte 2016 kommen die ersten Feldtests. 2017 geht es an ersten Standorten in den Live-Betrieb - mit 1,2 Gigabit", erklärte der neue Chef von Vodafone Deutschland, Hannes Ametsreiter, gegenüber dem Boulevardblatt Bild. Prototypen, die mit der 4,5G-Technologie arbeiten, setze man unter kontrollieren Bedingungen bereits jetzt ein. Geliefert werden diese vom chinesischen Netzwerkausrüster Huawei.

Bis der Start der neuen Technik erfolgen kann, will Vodafone mit Upgrades auch schon die aktuellen LTE-Sendeanlagen mit höheren Bandbreiten bestücken. Ab dem kommenden Jahr sollen schrittweise Verbindungen mit 500 Megabit pro Sekunde und anschließend mit 750 Megabit pro Sekunde im Downstream als Maximum bereitgestellt werden.


Einen weiteren Sprung wird es dann mit der Einführung von 5G-Netzen geben - bis diese kommen, werden aber noch einige Jahre ins Land gehen. "Der 5G-Standard ist noch nicht definiert. Echtes 5G wird es erst um 2020 geben", so der Vodafone-Chef. Seiner Ansicht nach ist es auch sinnvoll, die Bandbreiten weiter hochzuschrauben, da dies Anwendungen ermögliche, an die die allermeisten Nutzer heute noch gar nicht denken, wenn sie mit ihrem Smartphone noch nicht einmal annähernd die angebotenen 100 Megabit pro Sekunde ausnutzen.

Das Argument, dass niemand Gigabit-Geschwindigkeiten im Mobilfunk brauche, wies Ametsreiter klar zurück. "So was Ähnliches haben wir auch gehört, als wir DSL eingeführt haben: 'Keiner braucht jemals mehr als ein Megabit.' Heute haben wir ganz andere Ansprüche an die Netze als damals", sagte er. "Es wird Dienste geben, die noch schnellere Netze brauchen."

Entsprechend kritisierte er auch die Entwicklung im Festnetz, wo alles darauf hinausläuft, die alten Kupferadern immer noch ein Stück weiter auszupressen und dafür auch eine Remonopilsierung des Netzes in Kauf zu nehmen. "Die Kupferkabeltechnik ist 120 Jahre alt und am Ende. Wer heute noch Geld in DSL steckt, investiert in die Vergangenheit", so Ametsreiter. Für die Zukunft des Landes sei es ein "Riesenfehler", weiterhin an dieser Technik zu hängen. Auch, um sich hier von der Telekom unabhängiger zu machen, kaufte der Konzern demnach Kabel Deutschland mit seinem Glasfasernetz.

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