Hybrid-Router: Telekom fängt Einstweilige Verfügung von Viprinet

Der Router-Hersteller Viprinet und die Deutsche Telekom sind schon mehrfach aneinandergeraten. Jetzt konnte das kleine Unternehmen einen weiteren Erfolg gegen den Großkonzern verbuchen: Auf Antrag hat das Landgericht Köln eine Einstweilige Verfügung gegen die Telekom erlassen.
In der Angelegenheit geht es um die neuen, von Huawei produzierten Hybrid-Router, die die Telekom ihren Kunden anbieten will. Bei diesen soll eine Kanalbündelung von DSL-Leitung und LTE-Verbindung dafür sorgen, dass bei Bedarf eine höhere Bandbreite zur Verfügung steht. Vor allem im ländlichen Raum will man so höhere Spitzengeschwindigkeiten bereitstellen können.

Deutsche Telekom: Speedport HybridDeutsche Telekom: Speedport HybridDeutsche Telekom: Speedport HybridDeutsche Telekom: Speedport Hybrid

Nun hatte die Telekom im Marketing für das Produkt aber behauptet, der erste Provider zu sein, der eine solche Technologie zur Verfügung stellt. Bereits vor zwei Wochen wurde auf Antrag Viprinets eine Einstweilige Verfügung erlassen, die dem Konzern diese und andere Aussagen untersagte. Allerdings reagierte das Unternehmen nicht umgehend auf den Erlass. Daher wurden Zwangsmaßnahmen und weitere einstweilige Verfügungen beantragt und erteilt, teilte Viprinet mit.

Denn der Router-Hersteller bietet schon seit 2006 Geräte an, die verschiedene Verbindungs-Technologien zusammenfassen, um VPN-Tunnel mit einer hohen Ausfallsicherheit realisieren zu können. Man geht bei der Firma auch davon aus, dass die Telekom von diesen Systemen die Idee für den Hybrid-Router hat. Während es wohl Auslegungssache sei, ob man das China-Produkt des Konzerns als Plagiat oder nur als gut inspiriert ansehe, sei es ein leicht zu überprüfendes Faktum, dass Viprinet schon lange ähnliche Technologien einsetzt, hieß es.

"Wir haben nichts gegen Wettbewerb. Sicher darf es neben dem deutschen Original in Sachen Bündelungstechnik in deutschen Haushalten auch billige Chinaprodukte geben", erklärte Viprinet-Geschäftsführer Simon Kissel. "Aber der Wettbewerb muss fair sein. Es steht der Deutschen Telekom nicht gut zu Gesicht, sich mit fremden Federn zu schmücken."
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