Datenbrille Google Glass entwickelt sich faktisch zu einer Totgeburt
Der Suchmaschinenkonzern Google muss sich allem Anschein nach inzwischen nicht mehr großartig beeilen, um seine Datenbrille Google Glass endlich einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Denn es deutet einiges darauf hin, dass es kaum noch eine größere Nachfrage nach dem System geben wird.
In den letzten zwei Jahren hat die Datenbrille zwar einiges Interesse Seitens der üblichen Technik-Enthusiasten auf sich gezogen. Doch mittlerweile ist der kleine Hype vorüber. Das geht aus einer Analyse der Nachrichtenagentur Reuters hervor, die verschiedene Aspekte berücksichtigte - darunter die Arbeit von Entwicklern mit dem System und auch die Nachfrage bei normalen Nutzern.
Kurz nach der Vorstellung des Produktes und der zugehörigen Entwickler-Werkzeuge hatten sich verschiedene Teams daran gemacht, Anwendungen für Google Glass zu entwickeln. Von 16 Software-Firmen, die nun kontaktiert wurden, hätten sich zuletzt allerdings neun komplett von der Plattform zurückgezogen und die Entwicklungs-Projekte gestoppt. Drei weitere haben ihre Arbeit mit der Datenbrille umgestellt und konzentrieren sich ausschließlich noch auf Business-Applikationen.
In den Begründungen für diese Entwicklung spielten verschiedene Aspekte eine Rolle: Die geringe Zahl an Kunden und die eingeschränkte Funktionalität des Gerätes beispielsweise. Während nur noch wenige Firmen darauf hoffen, dass Google Glass auch unter normalen Nutzern doch noch Anklang finden wird, gehen einige aber zumindest davon aus, dass das Gerät im professionellen Bereich seine Nische finden wird.
Aber auch ein anderer Indikator spricht eine eindeutige Sprache: eBay. Elektronik-Produkte, die nur in eingeschränkter Zahl verfügbar sind, an denen aber trotzdem ein großes Interesse besteht, erreichen auf der Handelsplattform teils irrational hohe Preise. Das ist bei Google Glass derzeit nicht der Fall. Wer allerdings Googles Datenbrille hier verkaufen will, muss damit rechnen, gerade einmal die Hälfte des Listenpreises zu erreichen.
Kurz nach der Vorstellung des Produktes und der zugehörigen Entwickler-Werkzeuge hatten sich verschiedene Teams daran gemacht, Anwendungen für Google Glass zu entwickeln. Von 16 Software-Firmen, die nun kontaktiert wurden, hätten sich zuletzt allerdings neun komplett von der Plattform zurückgezogen und die Entwicklungs-Projekte gestoppt. Drei weitere haben ihre Arbeit mit der Datenbrille umgestellt und konzentrieren sich ausschließlich noch auf Business-Applikationen.
In den Begründungen für diese Entwicklung spielten verschiedene Aspekte eine Rolle: Die geringe Zahl an Kunden und die eingeschränkte Funktionalität des Gerätes beispielsweise. Während nur noch wenige Firmen darauf hoffen, dass Google Glass auch unter normalen Nutzern doch noch Anklang finden wird, gehen einige aber zumindest davon aus, dass das Gerät im professionellen Bereich seine Nische finden wird.
Aber auch ein anderer Indikator spricht eine eindeutige Sprache: eBay. Elektronik-Produkte, die nur in eingeschränkter Zahl verfügbar sind, an denen aber trotzdem ein großes Interesse besteht, erreichen auf der Handelsplattform teils irrational hohe Preise. Das ist bei Google Glass derzeit nicht der Fall. Wer allerdings Googles Datenbrille hier verkaufen will, muss damit rechnen, gerade einmal die Hälfte des Listenpreises zu erreichen.
Die Basis bröckelt
Die Entwicklung macht sich auch bei Google selbst bemerkbar. Verschiedene Mitarbeiter wollen ihre Karriere lieber nicht zu sehr an das Gerät binden. Mehrere hochrangige Entwickler haben Google binnen des letzten halben Jahres verlassen. Und auch ein Konsortium bestehend aus Google Ventures und zwei der größten Venture-Capital-Firmen im Silicon Valley, das die Entwicklung der Plattform auf dem freien Markt vorantreiben wollte, hat seine Webseite stillschweigend gelöscht und leitet nun noch auf die Projektseite von Google weiter.
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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