Hedgefonds über Monate mit sehr perfider Malware angegriffen

Ein großer Hedgefonds ist vor einiger Zeit das Ziel eines äußerst ausgefeilten Angriffes geworden. Über Monate wurden die Systeme des Unternehmens manipuliert und in dessen Börsenspekulationen eingegriffen. Zu den Hintergründen gibt es derweil kaum etwas an Informationen.
Börse, Aktie, Kurs
Mashable
Der Angriff erfolgte bereits im letzten Jahr und wurde erst jetzt von der Security-Firma BAE Systems Applied Intelligence öffentlich gemacht. Diese war zur Abwehr der Attacke und zur Analyse der Folgen hinzugezogen worden. Seitens des Unternehmens, das den Namen des fraglichen Hedgefonds nicht nennen wollte, sprach man von einer neuen Stufe von Angriffen auf eine der erfolgreichsten Finanzfirmen der Welt, berichtete CNBC.

Demnach war es den Tätern gelungen, eine eigens entwickelte Malware in die Systeme des Hedgefonds einzuschleusen, die den so genannten Hochfrequenzhandel abwickeln. Dabei handelt es sich um Börsengeschäfte, die ausschließlich von hochgradig spezialisierten Programmen abgewickelt werden. Die Algorithmen reagieren hier auf kleinste Schwankungen auf dem Aktienmarkt und kaufen und verkaufen Wertpapiere binnen Bruchteilen von Sekunden, um aus zahlreichen kleinen Kursveränderungen einen stetigen Fluss von Gewinnen zu ziehen.

Schaden in Millionen-Höhe

Die Malware verlangsamte die Handels-Operationen dieser Systeme, was allein schon zu finanziellen Einbußen für den Hedgefonds führte. Hinzu kam, dass die Geschäfte analysiert und die erlangten Informationen nach außen geschickt wurden. Aus diesen lässt sich so ein recht genaues Bild darüber anfertigen, nach welcher Strategie die streng geheim gehaltenen Algorithmen arbeiten.

Völlig unklar ist, wer hinter dem Angriff steckte. Es steht allerdings zu vermuten, dass man es hier zumindest indirekt mit einem Konkurrenten zu tun hatte, der mit entsprechend spezialisierten Hackern zusammenarbeitete. Denn die strategischen Informationen über den Hochfrequenzhandel eines Hedgefonds dürften kaum für andere Akteure interessant sein. Durch die Eingriffe in den Handel selbst sollen binnen weniger Monate mehrere Millionen Dollar Schaden entstanden sein.
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