Mt. Gox stürzt die Bitcoin-Währung in schwere Krise

Rund um die seit kurzem nicht mehr erreichbare Bitcoin-Börse Mt. Gox, einst die größte Handelsplattform dieser Art, herrscht nach wie vor Verwirrung. Behörden in den USA und Japan haben die Ermittlungen aufgenommen.
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Mt. Gox
Gestern berichteten wir, dass Mt. Gox offline gegangen ist, Hintergrund soll ein lange unbemerkter Hackerangriff bzw. Diebstahl gewesen sein. Das jedenfalls geht aus einem jüngst durchgesickerten und online veröffentlichten Dokument hervor. In diesem "Krisenmanagement"-Papier heißt es, dass Mt. Gox rund 744.000 Bitcoins entwendet worden seien, das entspricht einem Wert von rund 350 Millionen US-Dollar.

Und das Dokument dürfte auch echt sein: Fox Business ist nach eigenen Angaben an ein IRC-Chat-Protokoll zwischen Mt. Gox-CEO Mark Karpeles und einem New Yorker Wirtschaftsberater herangekommen. Karpeles bestätigt darin auch, dass das oben erwähnte Dokument "mehr oder weniger" echt sei, wobei er es vermeidet, sein Unternehmen als Urheber zu benennen.

Karpeles will als CEO nicht weichen, auch weil sich all seine eigenen Bitcoins allesamt auf Mt. Gox befinden. Sollte die Börse nicht wiederkehren, dann würde auch er viel Geld verlieren. Letzteres könne man aber noch gar nicht sagen, da die Bitcoins nicht "verloren", sondern lediglich "zeitweilig nicht verfügbar" seien.

Ob das Geld je wieder auftaucht, ist dennoch fraglich. Ähnlich sehen es auch die Behörden: In den USA haben die Mt. Gox-Macher laut WSJ eine Vorladung bekommen. Auch japanische Behörden (Mt. Gox hat seinen Sitz in Tokio) haben nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters die Ermittlungen aufgenommen.

Ob und wie es mit Mt. Gox weitergeht, ist derzeit völlig offen: Es gibt Gerüchte über eine Umbenennung oder Übernahme der Börse, gegenüber Reuters deutete Karpeles eine baldige offizielle Ankündigung zur Zukunft von Mt. Gox an.

Der Bitcoin-Kurs hat sich zwar vom ersten Schock erholt und ist inzwischen wieder leicht gestiegen, die Unsicherheit bei den Nutzern bleibt jedoch. Die FAZ spricht in ihrem Wirtschaftsteil sogar von einem "Lehman-Moment" für die virtuelle Währung und spielt damit auf die Finanz- und Bankenkrise von 2008 an, die mit dem Fall der Investmentbank Lehman Brothers begonnen hat.

Siehe auch: Mt. Gox: Bitcoin-Börse nach 350 Mio. $-Hack offline
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