Diabetiker-Linse: Die Idee stammt von Microsoft

Google hat kürzlich mit einem Projekt auf dem Gesundheitssektor für Furore gesorgt: Das Unternehmen arbeitet an einer Kontaktlinse, die Diabetikern hilft ihre Blutwerte zu checken. Microsoft hat an einem nahezu identischen Verfahren schon vor Jahren geforscht. Wie Cnet in einem neuen Bericht schreibt, stammt die Idee zu der Kontaktlinse ursprünglich von Microsoft. Bis 2011 hatte ein Team bestehend aus Redmonder Entwicklern und Forschern an dem Projekt gearbeitet. Schließlich sei es eingestellt worden. Einige Mitarbeiter aus dem ehemaligen Team arbeiten laut Cnet mittlerweile in dem Team, das gemeinsam mit Google weiterforscht. Babak Parviz ist das verbindende Glied zwischen beiden Vorhaben. Und während Google noch in der ersten Erprobungsphase steckt, hatte Microsoft allem Anschein nach bereits die ersten Patienten mit den Linsen ausgestattet. Google: Smarte Kontaktlinse für DiabetikerEiner der Prototypen der 'smarten' Diabetiker-Linse von Google Microsoft Research hat im Juni 2011 Einzelheiten zu dem Forschungsobjekt veröffentlicht. Gemeinsam mit einem Forscherteam der University of Washington und dem Microsoft Research Connections-Team entstand damals eine Abhandlung über eine Kontaktlinse mit Blutzucker-Monitoring-Fähigkeiten, die ohne Nadeln stetig oder nach Vorgaben die Blutwerte ihres Trägers misst.

Das Video stammt von Microsoft Research aus dem Jahr 2011:


Gängige beziehungsweise derzeit praktizierte Methoden zur Blutzuckerüberwachung benötigen Kapillarblut oder bei nichtinvasiven Messungen Implantate. Die Vorhaben von Microsoft Research und Google umgehen diese Vorgaben, indem sie weitere ebenfalls nichtinvasive Messmethoden nutzen. Das funktioniert beispielsweise durch die Messung der Tränenflüssigkeit oder auch per Spektralanalyse des Augenhintergrundes über die aufliegende Kontaktlinse.

Vom Prinzip werden weder Microsoft noch Google die Idee der Messung über die Tränenflüssigkeit mithilfe einer smarten Kontaktlinse für sich beanspruchen können. Für Microsoft war es bei Projektende vor gut zweieinhalb Jahren nur noch sehr abstrakte Zukunftsmusik, dass Menschen eine solche Technologie akzeptieren würden. Heute könnte Google mit einem ersten marktreifen Produkt aber tatsächlich die Massen erreichen.
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