Merkels erster Hangout kämpfte mit der Technik

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erstmals in einem Google-Hangout den Fragen der Wähler gestellt - und dabei auch die Tücken der Technik erleben müssen. Sechs Bürger waren zum Videogespräch mit der Kanzlerin zugeschaltet. Und einer von ihnen, Ismail Öner aus Berlin-Spandau, kam zunächst gar nicht zu Wort. "Ich bin sehr scharf drauf, was von Ihnen zu hören", zitiert Spiegel Online die Kanzlerin. "Die Technik sollte sich jetzt mal ein bisschen bemühen. Haben Sie das Mikro eingeschaltet, irgendwo ein roter Knopf vielleicht?"

Thema der Diskussionsrunde sollte "Integration" sein. Wirklich Neues gab es aber nicht zu hören, bemerkten die Kommentatoren. Das gut einstündige Gespräch lässt sich auf dem Youtube-Channel der Bundesregierung weiter abrufen. Merkel selbst ist bekannt dafür, Kurznachrichten per SMS als Kommunikationsmittel zu bevorzugen.

Als Vorreiter bei der Nutzung von Social Media zum Dialog mit den Bürgern gilt US-Präsident Barack Obama. Sein nicht angekündigter Besuch im Internet-Forum Reddit hat bereits Kult-Status erreicht - immerhin plauderte der wohl mächtigste Mann der Welt dort ganz entspannt über Basketball und Biersorten.

Kanzlerin Merkel stellt sich schon seit geraumer Zeit in einem eigenen, "Direkt zur Kanzlerin" benannten Forum den Fragen der Wähler. Dort kommen immerhin Themen wie "Seitensprungagenturen im Internet" zur Sprache, die sonst in Wahlprogrammen eher nicht auftauchen. Merkel DirektzurKanzlerinDirekt zur Kanzlerin - Merkel stellt sich Bürgerfragen Im Vorfeld von Merkels erstem Hangout war die rechtliche Frage aufgeworfen worden, ob das Format nicht als Staatsfernsehen gelten müsse und deshalb nicht statthaft sei. Bisher ist unbekannt, ob das Experiment wiederholt werden soll. Google erhofft sich über den Auftritt der Kanzlerin Imagewerbung für sein soziales Netzwerk Google+, über das der Hangout technisch abgewickelt wurde.
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