Nahost-Konflikt: Internet wird Feld der Kriegführung
Das Internet entwickelt sich zunehmend zu einem eigenständigen Feld nationaler Sicherheit und der Kriegsführung - wie es sich aktuell am Nahost-Konflikt zeigt, erklärte Thomas Demmelhuber.
Laut dem Politikprofessor von der Universität Hildesheim, der sich auf das Spannungsverhältnis zwischen Internet und Politik spezialisiert hat, gehe dabei einerseits um Deutungshoheit in der multimedialen Öffentlichkeit, darum also wer als legitimer, selbst verteidigender Akteur verstanden wird - und folglich als Opfer der Aggression des jeweilig anderen. Andererseits aber auch um die Verteidigung nationaler Sicherheit im virtuellen Raum, also um die Verteidigung der eigenen "Territorialität" im eigentlich grenzenlosen World Wide Web, so Demmelhuber.
So veröffentlichten die israelischen Streitkräfte über ihren offiziellen Twitter-Account und ein Live-Blog mit Beginn der Kampfhandlungen durch die israelische Armee Live-Bilder, Nachrichten und Videos, welche die Rechtmäßigkeit der Gewalt als Akt der Selbstverteidigung gegen aus dem Gaza-Streifen auf Israel abgefeuerte Raketen unterstreichen sollten.
"Gekontert wurden diese sowohl nüchternen als auch martialischen Statusmeldungen von der Hamas und ihr nahestehenden Gruppen mit Darstellungen von verletzten Kindern, Opfern unter der Zivilbevölkerung oder zerstörten zivilen Zielen inklusive martialischer Vergeltungsabsichten - ebenfalls über lebhafte Zuhilfenahme von Web 2.0-Medien und Plattformen", führte der Wissenschaftler aus.
Der Konflikt im Netz sei in diesem Fall ein Spiegelbild der physischen Auseinandersetzung zu Boden oder zu Luft und werde letztere auch in Zukunft auch nicht ersetzen. "Dennoch zeigt die Nutzung von Web 2.0-Medien in der Kriegsführung, dass das Netz ein neutrales Medium ist und keine 'Befreiungstechnologie'", erklärte Demmelhuber. Jeder könne sich dieses Mediums bedienen, egal ob regimeloyale oder regimekritische Gruppe, staatlicher oder nicht-staatlicher Akteur, Freund oder Feind und das unabhängig des jeweiligen meist nicht verifizierbaren Aufenthaltsort der Protagonisten.
"Gleichwohl ist - trotz voreiliger Klassifizierungen des Konflikts als 'Twitter-Krieg' - die breite Wirkung von Web 2.0-Medien immer noch abhängig von einer Übernahme durch traditionelle Massenmedien wie beispielsweise Al-Jazeera in der Region und darüber hinaus, um überhaupt eine massenmediale Öffentlichkeit zu erreichen", führte er weiter aus.
Denn dadurch findet einerseits eine Überlappung von analoger und digitaler Öffentlichkeit statt, welche vor dem Hintergrund variierender und im Regionaldurchschnitt immer noch sehr niedrigen Verbreitung von Internet-Zugängen von entscheidender Bedeutung ist. "Zweitens bleiben traditionelle Massenmedien unerlässlich in ihrer Rolle als Filter für den komplexen von Web 2.0-Medien generierten Inhalt, inklusive ihrer meist in der Region oder vor Ort agierenden Korrespondenten", so Demmelhuber.
So veröffentlichten die israelischen Streitkräfte über ihren offiziellen Twitter-Account und ein Live-Blog mit Beginn der Kampfhandlungen durch die israelische Armee Live-Bilder, Nachrichten und Videos, welche die Rechtmäßigkeit der Gewalt als Akt der Selbstverteidigung gegen aus dem Gaza-Streifen auf Israel abgefeuerte Raketen unterstreichen sollten.
"Gekontert wurden diese sowohl nüchternen als auch martialischen Statusmeldungen von der Hamas und ihr nahestehenden Gruppen mit Darstellungen von verletzten Kindern, Opfern unter der Zivilbevölkerung oder zerstörten zivilen Zielen inklusive martialischer Vergeltungsabsichten - ebenfalls über lebhafte Zuhilfenahme von Web 2.0-Medien und Plattformen", führte der Wissenschaftler aus.
Der Konflikt im Netz sei in diesem Fall ein Spiegelbild der physischen Auseinandersetzung zu Boden oder zu Luft und werde letztere auch in Zukunft auch nicht ersetzen. "Dennoch zeigt die Nutzung von Web 2.0-Medien in der Kriegsführung, dass das Netz ein neutrales Medium ist und keine 'Befreiungstechnologie'", erklärte Demmelhuber. Jeder könne sich dieses Mediums bedienen, egal ob regimeloyale oder regimekritische Gruppe, staatlicher oder nicht-staatlicher Akteur, Freund oder Feind und das unabhängig des jeweiligen meist nicht verifizierbaren Aufenthaltsort der Protagonisten.
"Gleichwohl ist - trotz voreiliger Klassifizierungen des Konflikts als 'Twitter-Krieg' - die breite Wirkung von Web 2.0-Medien immer noch abhängig von einer Übernahme durch traditionelle Massenmedien wie beispielsweise Al-Jazeera in der Region und darüber hinaus, um überhaupt eine massenmediale Öffentlichkeit zu erreichen", führte er weiter aus.
Denn dadurch findet einerseits eine Überlappung von analoger und digitaler Öffentlichkeit statt, welche vor dem Hintergrund variierender und im Regionaldurchschnitt immer noch sehr niedrigen Verbreitung von Internet-Zugängen von entscheidender Bedeutung ist. "Zweitens bleiben traditionelle Massenmedien unerlässlich in ihrer Rolle als Filter für den komplexen von Web 2.0-Medien generierten Inhalt, inklusive ihrer meist in der Region oder vor Ort agierenden Korrespondenten", so Demmelhuber.
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Christian Kahle
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